Bardolino: Markt, Melonenschüssel und viel zu viel Käse
Der letzte Urlaubstag begann mit einer Idee, die bei Stefan zunächst keine spontane La-Ola-Welle auslöste: „Du Stefan, nachdem der Markt in Desenzano gestern ausgefallen ist – heute ist Markt in Bardolino.“ Danach passierte erst einmal: nichts. Also nichts Sichtbares. Innerlich dürften bei Stefan allerdings mehrere Warnlampen gleichzeitig angesprungen sein. Markt. Fahrrad. Gardasee. Einkaufsmöglichkeiten. Das sind Wörter, die in Kombination ungefähr so harmlos klingen wie „nur kurz bei IKEA rein“.
Die Reaktion fiel entsprechend verhalten aus. Sehr verhalten. Man könnte auch sagen: Hätte Begeisterung eine Temperatur, wäre sie knapp über dem Gefrierpunkt gelegen. Vielleicht sogar darunter, aber ich wollte den Tag ja nicht gleich mit einer meteorologischen Grundsatzdiskussion beginnen.
Mein Gegenargument war allerdings schlagend: Bardolino liegt näher. Vier Kilometer weniger als die Tour nach Garda vom Montag. Praktisch ein Geschenk. Ein Wellnessprogramm auf zwei Rädern. Ich fand das logisch. Stefan schien in dieser Rechnung gewisse Schwächen zu erkennen, diskutierte aber nicht weiter. Vermutlich aus Erfahrung. In langjährigen Beziehungen gibt es Momente, in denen Männer instinktiv spüren: Hier ist Widerspruch zwar möglich, aber sinnlos. Wie bei einer automatischen Tür, die nicht aufgeht, obwohl man schon dreimal demonstrativ davor herumgewedelt hat.

Nach dem Frühstück saßen wir also wieder auf den Fahrrädern und fuhren am See entlang Richtung Bardolino. Der Gardasee zeigte sich dabei von einer Seite, die wir bisher noch nicht erlebt hatten. Das Unwetter vom Vorabend hatte den sonst meist friedlichen See ordentlich aufgemischt. Die Wellen schlugen gegen die Uferpromenade, Wasser spritzte über die Steine, und stellenweise sah es eher nach Nordsee als nach Italienurlaub aus. Es fehlten eigentlich nur noch ein Friesennerz, eine steife Brise und jemand, der „Moin“ sagt, während er einen Espresso bestellt.
Besonders beeindruckend war dabei die völlige Gelassenheit der tierischen Anwohner. Offenbar hatten die Enten und Schwäne beschlossen, dass die Uferpromenade inzwischen ihnen gehört. Mehrfach mussten wir abbremsen, weil ganze Familienverbände mitten auf dem Weg saßen. Entenmütter hatten ihre Küken strategisch günstig verteilt, als wollten sie den Radverkehr bewusst entschleunigen. Ein natürliches Tempolimit mit Flauschfaktor.
Die Schwäne wirkten noch selbstbewusster. Einer lag so entspannt auf dem Weg, als hätte er die Strecke persönlich gepachtet und warte nur noch auf die Baugenehmigung für ein Carport. Man merkt schnell, wer in solchen Situationen die tatsächliche Autorität besitzt. Spoiler: Es sind nicht die Radfahrer. Wer schon einmal versucht hat, einem Schwan höflich klarzumachen, dass er im Weg liegt, weiß: Das Tier diskutiert nicht. Niemals.
Also fuhren wir in gemütlichem Tempo weiter, vorbei an den Wellen, den Entenfamilien und den Schwänen, die jeden Versuch ignorierten, ihnen mit freundlichem Klingeln mitzuteilen, dass es sich eigentlich um einen Radweg handelt. Klingeln bei Schwänen ist ungefähr so wirkungsvoll wie „Bitte wenden“ beim Navi, wenn man gerade auf einer Fähre steht.
In Bardolino angekommen, wurde schnell klar, warum dieser Markt einen so guten Ruf hat. Während manche Wochenmärkte hauptsächlich aus drei Gemüseständen und vier Verkäufern von Handyhüllen bestehen, scheint man hier beschlossen zu haben, einfach alles anzubieten, was irgendwie in einen Verkaufsstand passt. Und zur Sicherheit noch ein bisschen mehr. Bardolino wirkte an diesem Morgen wie ein sehr gut gelaunter italienischer Basar, der sich vorgenommen hatte, jedem Besucher mindestens einen Gegenstand zu verkaufen, den er bis dahin für entbehrlich hielt.
Wir schlenderten stundenlang zwischen den Reihen hindurch. Taschen, Gürtel, Kleidung, Lederwaren, Gewürze, Küchenutensilien, Keramik, Olivenholz, Tischdecken und unzählige Dinge, von denen man vorher nicht wusste, dass man sie unbedingt braucht. Überall hingen Taschen, Gürtel und Geldbörsen aus italienischem Leder, und dazwischen standen Verkäufer, die diesen gefährlichen Eindruck vermittelten, als würden sie einen schon seit Jahren kennen und nur zufällig heute genau die Handtasche dabeihaben, auf die das eigene Leben heimlich gewartet hat.
Irgendwann blieb Stefan vor einem Hemdenstand stehen. Das allein ist bereits erwähnenswert, denn normalerweise bin eher ich diejenige, die spontan einkaufen möchte. Wenn Stefan freiwillig vor Kleidung stehen bleibt, ist das kein Einkaufsverhalten mehr, das ist ein Ereignis. Wenig später hatte er ein neues Hemd gefunden und war sichtlich zufrieden mit seiner Ausbeute. Ein Mann. Ein Hemd. Ein klarer Auftrag. Mission erfüllt.
Ich dagegen war deutlich beschäftigter. Für Noah fand ich etwas. Für Emilia natürlich auch. Für Nadine ebenfalls. Dann noch ein paar Shirts für mich. Irgendwann hatte ich aufgehört mitzuzählen und begann stattdessen, die verfügbare Restkapazität unserer Rucksäcke zu kalkulieren. Erfahrungsgemäß ist das der Moment, in dem ein Marktbesuch richtig Fahrt aufnimmt. Wenn man anfängt, Einkäufe nicht mehr nach Preis, sondern nach Faltbarkeit zu bewerten, ist man mental längst im fortgeschrittenen Stadium.
Besonders gefährlich wurde es an den Keramikständen. Dort leuchteten Zitronen, Orangen, Tomaten und Melonen in allen Farben um die Wette. Ganze Tischreihen sahen aus, als hätten ein Gemüsehändler und ein Töpfer gemeinsam beschlossen, Kunst zu machen. Eigentlich wollte ich nur kurz schauen. Ein Satz, der in der Geschichte des Einkaufens vermutlich noch nie gut ausgegangen ist.
Aus dieser Absicht wurde eine wunderschöne Keramikschüssel im Design einer aufgeschnittenen Melone. Völlig unnötig natürlich. Andererseits auch absolut unverzichtbar. Wer schon einmal auf einem italienischen Markt unterwegs war, kennt diesen Widerspruch. Zuhause hat man Schüsseln. Viele Schüsseln. Vernünftige Schüsseln. Aber keine Melonenschüssel vom Markt in Bardolino. Und damit war die Sache juristisch eigentlich eindeutig.
Während wir weiter durch die Stände bummelten, drehte sich über den Marktständen das große Riesenrad am Seeufer. Dazwischen flatterten bunte Tücher im Wind, Händler priesen ihre Waren an, und überall hörte man Deutsch, Italienisch und Englisch durcheinander. Es war genau die Art von Markt, auf der man eigentlich nur eine halbe Stunde verbringen möchte und plötzlich feststellt, dass fast der ganze Vormittag vergangen ist. Zeit ist auf italienischen Märkten ohnehin relativ. Man geht um zehn Uhr hin, schaut dreimal „nur kurz“ und plötzlich ist das Leben anders eingerichtet.
Am Ende standen wir mit einem neuen Hemd für Stefan, mehreren Shirts, Geschenken für die Familie und einer Melonenschüssel da, die vermutlich niemand auf seiner Einkaufsliste hatte. Aber genau deshalb liebt man solche Märkte. Man kommt selten mit dem nach Hause, was man gesucht hat – dafür fast immer mit Dingen, die einen später an einen schönen Urlaubstag erinnern. Und manchmal eben mit Keramikobst in Servierform.
Irgendwann – nach gefühlt dem dreißigsten Stand und mindestens ebenso vielen „Schau mal hier!“ – war klar, dass dringend eine Pause nötig war. Nicht wegen der Füße, sondern wegen des Blutzuckers. Das sind völlig unterschiedliche Notfälle und sollten auch medizinisch getrennt bewertet werden. Mitten auf dem Markt entdeckten wir ein Café, das Eisbecher servierte. Nicht diese vernünftigen Kugeln in einer Waffel, die man nebenbei isst. Nein. Die italienische Version von „ein bisschen Eis“. Also riesige Gläser, randvoll mit Gelato, Sahnebergen, Nüssen, Früchten und Zutaten, die vermutlich in keinem ernährungswissenschaftlichen Lehrbuch vorkommen – außer im Kapitel „Bitte nicht täglich“. Natürlich bestellten wir. Es wäre unhöflich gewesen, es nicht zu tun. Man reist ja nicht nach Italien, um dann vor einem Eisbecher zu kneifen wie ein Feigling.

Wenige Minuten später stand vor mir ein Eisbecher, der eher nach einer architektonischen Herausforderung aussah als nach einem Dessert. Unten Gelato, darüber noch mehr Gelato, dazwischen Sahne, Nüsse, Mandeln und Früchte. Obendrauf nochmals eine Portion Sahne, als hätte jemand befürchtet, man könnte nach dem Essen noch Hunger haben. Für einen kurzen Moment fragte ich mich, wie man dieses Kunstwerk eigentlich essen soll, ohne einen Erdrutsch auszulösen. Die Antwort lautet: jedenfalls nicht elegant. Würdevoll vielleicht. Strategisch. Aber nicht elegant.
Irgendwann waren die Einkaufstaschen voller, die Eisbecher leer, und wir waren der Meinung, genug Geld in Bardolino gelassen zu haben. Also schwangen wir uns wieder auf die Fahrräder und machten uns langsam auf den Weg nach Lazise. Dort angekommen, verzichteten wir ausnahmsweise auf weiteres Sightseeing und suchten uns stattdessen eine Bank auf dem Marktplatz. Einfach hinsetzen, durchatmen und eine Weile dem Treiben zuschauen. Manchmal sind genau das die schönsten Urlaubsmomente. Vor allem, wenn man vorher mehrere Stunden lang zwischen Marktständen, Schwänen und Sahnebergen überlebt hat.
Vor uns schoben sich die Menschen durch die Altstadt. Familien mit Eis in der Hand, Radfahrer auf der Suche nach einem Parkplatz, Urlauber mit Einkaufstüten und die üblichen Gruppen, die offensichtlich versuchten, sich auf ein Restaurant für das Mittagessen zu einigen. Eine Aufgabe, die im Urlaub ungefähr so kompliziert werden kann wie Koalitionsverhandlungen. Einer will Pizza, einer nur einen Salat, einer hat keinen Hunger, einer möchte „was Schönes am Wasser“, und am Ende steht man zwanzig Minuten später immer noch an derselben Ecke und googelt Bewertungen.
Wir saßen einfach da, mitten im Leben dieser kleinen Gardasee-Stadt, und beobachteten das bunte Durcheinander. Mal blieb der Blick an einer der alten Hausfassaden hängen, mal an den Restaurants rund um den Platz, dann wieder an den Menschen, die genauso wie wir einfach nur einen schönen Tag genießen wollten. Manche mit Gelato. Manche mit Einkaufstaschen. Manche mit diesem leicht verlorenen Urlaubsgesicht, das sagt: Ich weiß nicht genau, wo ich bin, aber es ist schön hier.
Das Faszinierende an solchen Momenten ist, dass eigentlich gar nichts passiert. Kein Programmpunkt, keine Sehenswürdigkeit, kein Highlight für den Reiseführer. Und trotzdem erinnert man sich später daran. Vielleicht gerade deshalb. Nach den vergangenen Tagen mit Märkten, Fähren, Oldtimern, Vaporetti, Murano, Burano und sechs Litern Olivenöl fühlte sich eine halbe Stunde auf einer Bank in Lazise fast schon wie Wellness an. Nur ohne Bademantel. Dafür mit Einkaufstüten. Also blieben wir einfach sitzen, schauten dem Leben zu und genossen den letzten Urlaubstag am Gardasee.
Zurück auf dem Campingplatz gönnten wir uns zunächst eine kleine Pause. Zumindest theoretisch. Praktisch fiel uns ein, dass der Migross Superstore keine fünf Minuten entfernt lag und wir schließlich noch für zu Hause einkaufen mussten. Also saßen wir kurze Zeit später schon wieder auf den Fahrrädern. Wer schon einmal in Italien Urlaub gemacht hat, kennt dieses Phänomen. Man fährt nicht einfach heim. Man exportiert vorher noch einen Teil des Landes. In flüssiger, fester und luftdicht verpackter Form.

Auf unserer Einkaufsliste standen zunächst die üblichen Verdächtigen: Waschmittel, weil italienisches Waschmittel grundsätzlich besser riecht als deutsches. Weichspüler, weil italienischer Weichspüler sogar noch besser riecht als italienisches Waschmittel. Dazu Bardolino-Wein, denn wenn man schon am Gardasee war, kann man schlecht französischen Rotwein mitbringen. Das wäre kulturell mindestens fragwürdig. Dann Käse. Viel Käse. Auch für Bianca und Nadine. Dann noch etwas Salami. Und weil wir schon bei Salami waren, gleich noch ein bisschen mehr Salami. Man muss ja nicht wegen jeder Kleinigkeit wieder nach Italien fahren. Wobei: eigentlich doch.
Während sich unser Einkaufswagen langsam füllte, stellte Stefan die einzig vernünftige Frage des Nachmittags: „Passt das überhaupt alles in die beiden Rucksäcke?“ Ich winkte lässig ab. „Kein Problem. Ich habe noch einen faltbaren dritten Rucksack dabei.“ Das überzeugte ihn sofort. Also wanderte noch eine Flasche Wein in den Wagen. Und noch etwas Salami. Vielleicht auch noch dies. Und davon können wir ebenfalls etwas mitnehmen. Schließlich hatten wir ja einen dritten Rucksack. Der Plan funktionierte hervorragend. Auf dem Papier. Und Pläne auf Papier sind bekanntlich immer besonders stabil, solange sie nicht mit der Realität in Kontakt kommen.
Bis zu dem Moment, in dem ich nach dem Bezahlen feststellte, dass sich der faltbare dritte Rucksack nicht etwa in meiner Tasche befand, sondern im Camper. Am Campingplatz. Etwa einen Kilometer entfernt. Es gibt Situationen, in denen man einfach schweigend weitermacht. Das war so eine. Stefan sagte nichts. Ich sagte nichts. Der Einkauf sagte alles.
Also stopften wir Wein, Käse, Waschmittel, Weichspüler, Salami und allerlei andere lebenswichtige Güter irgendwie in die vorhandenen Rucksäcke und hofften auf das Beste. Die Rückfahrt erinnerte anschließend ein wenig an unsere legendäre Olivenöl-Expedition ein paar Tage zuvor. Nur diesmal roch das Gepäck deutlich angenehmer. Und falls wir gestürzt wären, hätte man uns vermutlich nicht als Radfahrer erkannt, sondern als geplatzte Feinkostlieferung.
Irgendwie schafften wir es trotzdem. Langsam, leicht überladen und mit einem Schwerpunkt, der eher theoretischer Natur war, rollten wir den kleinen Hügel zurück zum Campingplatz hinunter. Als wir ankamen, sahen die Fahrräder aus, als würden wir einen eigenen italienischen Feinkostladen eröffnen wollen. Aber alles war heil geblieben. Der Wein auch. Und das ist letztlich das Wichtigste. Man muss Prioritäten setzen. Gerade im Urlaub.
Nach so viel Bewegung, Markt, Einkaufen und logistischer Höchstleistung hatten wir für den Abend einen ebenso einfachen wie genialen Plan: Wir würden essen, was wir den ganzen Tag angeschleppt hatten. Zum Glück war unterwegs nichts aus den Rucksäcken gefallen. Weder der Wein. Noch der Käse. Noch die Salami. Man entwickelt nach einer gewissen Menge transportierter Lebensmittel schließlich Prioritäten. Wer mit Waschmittel, Wein und Wurst auf dem Fahrrad unterwegs ist, hat automatisch eine neue Form von Reife erreicht.
Also verwandelten wir unseren Campingtisch in eine kleine italienische Antipasti-Tafel. Käse, Salami, Prosciutto, Bresaola, frisches Brot, dazu ein paar Tomaten und natürlich eine Flasche Bardolino. Eigentlich war das kein Abendessen mehr. Eher eine kulinarische Inventur unseres Einkaufswagens. Mit Rotweinbegleitung. Also praktisch Buchhaltung, nur besser.
Während die Sonne langsam tiefer sank, saßen wir vor dem Camper, schenkten den Wein ein und griffen uns durch die verschiedenen Spezialitäten. Immer wieder wanderte ein neues Stück Käse auf den Teller oder eine andere Salami ins Blickfeld, die natürlich ebenfalls probiert werden musste. Rein wissenschaftlich betrachtet. Man möchte ja schließlich wissen, ob sich der Einkauf gelohnt hat. Hat er. Sogar sehr. Die Studie war eindeutig, reproduzierbar und wurde mehrfach überprüft.
Irgendwann sah unser Tisch aus wie die Probierplatte eines italienischen Feinkostgeschäfts, während um uns herum langsam Ruhe auf dem Campingplatz einkehrte. Fahrräder standen am Camper, die Markise stand noch immer dort, wo sie nach dem Hagel stehen sollte, und vor uns lagen Wein, Käse und Wurst in Mengen, die eher auf eine Familienfeier als auf zwei Personen schließen ließen. Aber das ist beim Campen ja das Schöne: Niemand fragt nach Portionsgrößen. Und wenn doch, zeigt man einfach Richtung Sonnenuntergang und wechselt das Thema.
Es war der letzte Abend am Gardasee. Kein Restaurant, kein Programm, keine Sehenswürdigkeit. Nur wir, ein Glas Rotwein und die Ausbeute eines Tages, an dem wir eigentlich nur kurz zum Markt fahren wollten. Rückblickend sind genau das oft die Abende, die am längsten in Erinnerung bleiben. Nicht, weil etwas Spektakuläres passiert ist. Sondern weil alles genau richtig war. Der Wein. Der Käse. Die Ruhe. Und die stille Erkenntnis, dass „nur kurz“ bei uns grundsätzlich kein belastbares Zeitkonzept ist.
















