Vier Uhr morgens, dünne Luft und ein Schneeball auf 4.300 Metern
Der erste Morgen in Amerika begann genau so, wie unsere ersten Urlaubstage hier gerne beginnen: mit Jetlag. Dieses wunderbare Phänomen sorgt dafür, dass man abends ungefähr zu einer Uhrzeit einschläft, zu der zu Hause noch nicht einmal die Tagesschau vorbei ist, und morgens hellwach im Bett sitzt, während draußen vermutlich noch nicht einmal die Wildtiere darüber nachdenken aufzustehen. Normalerweise finde ich das gar nicht schlecht. Gerade auf Rundreisen kann man diese unfreiwillige Frühschicht hervorragend nutzen, denn wer schon vor Sonnenaufgang wach ist, kann wenigstens früh losfahren und hat mehr vom Tag. Für heute passte das perfekt, denn wir hatten Großes vor: Wir wollten auf den Mount Evans fahren, über eine der spektakulärsten Hochgebirgsstraßen der Rocky Mountains, bis hinauf auf über 4.300 Meter. Ein Plan, bei dem wir zu diesem Zeitpunkt noch hauptsächlich an schöne Aussichten dachten und weniger daran, dass Sauerstoff dort oben offenbar als optionales Extra behandelt wird.
Ich hatte den Morgen auch organisatorisch hervorragend vorbereitet. Frühstück um sechs, Aufstehen um halb sechs, anschließend zügig los. Und da ich in unserer Familie ohnehin diejenige bin, die morgens zuerst auf den Beinen ist, hatte ich selbstverständlich die verantwortungsvolle Aufgabe übernommen, Stefan und Bianca rechtzeitig aus den Federn zu scheuchen. Als ich aufwachte, zeigte meine Uhr allerdings bereits 5:45 Uhr. Fünf Uhr fünfundvierzig! Ich war regelrecht erschüttert. So lange hatte ich geschlafen? Offenbar setzte mir die Zeitverschiebung stärker zu als gedacht. Also raus aus dem Bett, ab unter die Dusche und anschließend im Eiltempo fertig machen. Während Stefan und Bianca sich noch verdächtig wenig beeindruckt von meiner plötzlich ausgebrochenen Betriebsamkeit zeigten, beschloss ich, Zeit gutzumachen und schon einmal unser Gepäck zum Auto zu bringen. Schließlich hatten wir heute nicht nur Mount Evans auf dem Programm, sondern würden am Abend bereits in Estes Park übernachten. Also zog ich unsere Trolleys mit der diskreten Geräuschkulisse einer startenden Müllabfuhr durch die Hotellobby.
Dort lag der Nachtportier auf einem Sofa und schlief. Nicht mehr lange. Denn spätestens als unsere Koffer über die Bodenfugen polterten, war auch sein Tag eröffnet. Ich grüßte ihn ausgesprochen fröhlich mit „Good Morning“, während er mich mit einem Gesicht ansah, das auf eine gewisse Diskrepanz zwischen meiner guten Laune und seiner inneren Uhr schließen ließ. Merkwürdig war allerdings auch der Frühstücksraum. Dunkel. Komplett dunkel. Kein Kaffee, kein Toast, kein Personal. Ich begann mich bereits ein wenig darüber zu wundern, wie man hier ein Frühstück ab sechs Uhr anbieten wollte, wenn offensichtlich noch niemand auch nur entfernt die Absicht hatte, eines vorzubereiten. Der Mann auf dem Sofa schien dabei ebenfalls keine besondere Dringlichkeit zu verspüren. Ich wiederum war inzwischen vollständig wach, hatte Gepäck verladen, Personal geweckt und entwickelte langsam den Eindruck, dass im Comfort Inn Aurora morgens vielleicht etwas entspannter gearbeitet wurde als angekündigt.

Zurück im Zimmer erwartete mich allerdings ein wesentlich größeres Problem. Stefan und Bianca lagen noch im Bett. Ich stand in der Tür, bereits komplett angezogen und mit diesem leicht vorwurfsvollen Blick weil ich seit einer gefühlten Ewigkeit produktiv bin, während der Rest der Familie offenbar beschlossen hat, den Urlaub zu verschlafen. Stefan öffnete irgendwann ein Auge und fragte einigermaßen unbeeindruckt: „Was ist eigentlich los mit dir? Es ist vier Uhr morgens.“ Vier Uhr. Ich schaute auf meine Uhr. 5: irgendwas. Dann arbeitete mein Gehirn endlich mit. New York. Denver = Zwei Stunden.
Ich hatte meine Uhr im Flugzeug ordnungsgemäß auf New Yorker Zeit gestellt. Sehr vorbildlich. Nur war unsere Reise danach noch ein kleines Stückchen weiter Richtung Westen gegangen, und Colorado hatte offenbar nicht die Freundlichkeit besessen, sich meiner Uhr anzupassen. In Denver war es also nicht kurz vor sechs, sondern kurz vor vier. Ich hatte um vier Uhr morgens geduscht, Koffer durch ein schlafendes Hotel gerollt, den Nachtportier aus seinem wohlverdienten Nickerchen gerissen und mich dabei innerlich noch darüber beschwert, dass dieser Mann gefälligst endlich das Frühstück herrichten sollte. Großartig.
Ich konnte förmlich sehen, wie der arme Kerl unten in der Lobby inzwischen vermutlich Kollegen von der seltsamen Deutschen erzählte, die mitten in der Nacht mit Koffern durchs Haus marschierte und ihn mit einem begeisterten „Good Morning!“ begrüßte. Mir blieb nichts anderes übrig, als mich noch einmal ins Bett zu legen. Das war allerdings gar nicht so einfach, wenn man bereits geduscht, angezogen und mental auf Abfahrt programmiert ist. Stefan und Bianca hatten damit deutlich weniger Probleme. Die schliefen einfach weiter. Verräter.
Als es dann tatsächlich sechs Uhr war – Denver-Zeit, diesmal doppelt geprüft –, saßen wir schließlich im Frühstücksraum, der nun erstaunlicherweise hell erleuchtet und vollständig vorbereitet war. Sieh einer an. Der Service funktionierte also doch, man musste ihm lediglich die Chance geben, zur vorgesehenen Uhrzeit stattzufinden. Wir stärkten uns am üblichen amerikanischen Hotelfrühstück, und besonders Bianca sah deutlich frischer aus als bei meinem ersten Weckversuch. Ich dagegen hatte bereits mehrere Stunden Tagesprogramm hinter mir und konnte immerhin behaupten, den Nachtbetrieb des Hotels ausführlich getestet zu haben. Für den Rest der Reise beschloss ich, künftig nicht nur die Uhrzeit, sondern gelegentlich auch die Zeitzone zu kontrollieren.
Gegen halb sieben ging es dann wirklich los. Unser Ford Expedition stand startbereit vor dem Hotel, und wir hatten nun 16 Tage vor uns, in denen wir von Denver bis nach San Francisco fahren wollten. Allein dieser Gedanke machte mich sofort wieder hellwach. Bevor wir jedoch Richtung Berge verschwanden, wollten wir noch einen kurzen Blick auf Denver werfen und hielten am Colorado State Capitol.

Um diese frühe Stunde lag die Stadt noch angenehm ruhig da, und das Capitol mit seiner goldenen Kuppel leuchtete im Morgenlicht so dekorativ, dass natürlich erst einmal die Kamera zum Einsatz kam. Das Gebäude erinnert mit seiner mächtigen Kuppel nicht ganz zufällig an das Capitol in Washington, wurde Ende des 19. Jahrhunderts aus Colorado-Granit errichtet und bekam seine vergoldete Kuppel einige Jahre später. Mehr Geschichtsunterricht brauchten wir an diesem Morgen allerdings nicht. Wir umrundeten das Gebäude, machten Fotos und genossen vor allem die Tatsache, dass Denver noch nicht vollständig auf den Beinen war. Sehr angenehm, wenn man selbst bereits seit vier Uhr unterwegs ist.
Danach kam endlich die I-70 und mit ihr das Gefühl, dass unsere Rundreise nun wirklich begann. Denver blieb hinter uns, die Berge rückten näher, und unser Expedition fühlte sich auf amerikanischen Highways genau dort zu Hause, wo er hingehörte. Mit diesem Auto fährt man nicht einfach irgendwohin. Man bewegt sich mit einer gewissen majestätischen Selbstverständlichkeit durch die Landschaft und verdrängt dabei erfolgreich den Gedanken daran, wie oft man vermutlich eine Tankstelle besuchen wird. Das war ein Problem für später. Jetzt lagen die Rocky Mountains vor uns.
Bei Idaho Springs verließen wir die Interstate und bogen Richtung Mount Evans ab. Schon bald tauchte das Schild auf, das verkündete, dass die Mount Evans Road geöffnet war. Sehr schön. Denn diese Straße kann wetterbedingt durchaus gesperrt sein, und wir wollten selbstverständlich ganz nach oben. Schon die ersten Kilometer waren beeindruckend. Die Strecke gewann stetig an Höhe, führte durch dichte Wälder, vorbei an Seen und immer weiter hinauf. Am Echo Lake machten wir den ersten längeren Halt. Das tiefblaue Wasser lag ruhig zwischen den Bergen, darüber dieser unglaublich klare Himmel – genau diese Kombination, bei der man plötzlich wieder versteht, warum man auf einer Rundreise alle paar Minuten irgendwo anhält. Nicht weil man muss. Sondern weil hinter jeder Kurve schon wieder etwas liegt, das noch schöner aussieht als das davor.
Je höher wir kamen, desto mehr veränderte sich die Landschaft. Die Bäume wurden kleiner, verschwanden schließlich ganz, und irgendwann blieb nur noch diese karge Hochgebirgswelt aus Felsen, Grasflächen, kleinen Wasserläufen und den letzten Schneefeldern übrig. Die Straße selbst wurde dabei zunehmend interessanter. Sie schlängelte sich in engen Kurven den Berg hinauf, stellenweise ohne das, was ich persönlich an einer Straße sehr schätze: einen beruhigenden Abstand zwischen Fahrbahn und Abgrund. Leitplanken waren offenbar nicht überall Bestandteil des landschaftlichen Gesamtkonzepts. Dafür gab es Aussicht. Sehr viel Aussicht. Stefan fuhr, ich fotografierte, Bianca schaute ebenfalls begeistert aus dem Fenster, und unser großer Expedition wirkte zwischen den schmalen Straßenrändern plötzlich gar nicht mehr ganz so praktisch dimensioniert wie gestern Abend auf dem Alamo-Parkplatz.

Am Summit Lake hielten wir erneut. Hier oben war endgültig Schluss mit Wald und gemütlicher Berglandschaft. Der See lag dunkelblau zwischen grauen Felsen und brauner Tundra, dazu vereinzelte Schneefelder und Wolken, die gefühlt fast auf Augenhöhe vorbeizogen. Während unten im Tal noch spätsommerliche Temperaturen herrschten, war hier oben Jackenwetter angesagt. Genau diese Gegensätze liebe ich. Morgens verlässt man eine Stadt, ein paar Stunden später steht man zwischen Schnee und Felsen und fragt sich, ob man eigentlich noch im selben Bundesstaat ist.
Dann ging es weiter nach oben. Auf 14.130 Fuß endete schließlich die Straße. Mehr als 4.300 Meter über dem Meer. Wir stellten den Expedition ab, öffneten die Türen und bekamen sofort eine kleine Einführung in das Thema Höhenluft. Man steigt aus einem Auto und denkt zunächst: Wunderbar, tolle Aussicht. Dann läuft man ein paar Meter und denkt: Interessant. Warum schlägt mein Herz, als hätte ich gerade einen Bus verfolgt?
Die Luft war dünn. Wirklich dünn. Das bedeutete natürlich nicht, dass wir plötzlich vernünftig geworden wären. Im Gegenteil. Kaum hatten wir ein paar Schneereste entdeckt, musste ich ausprobieren, ob man auf über 4.000 Metern eine Schneeballschlacht veranstalten kann. Kann man. Man sollte nur anschließend nicht versuchen, dem eigenen Schneeball besonders schwungvoll hinterherzulaufen. Ich nahm ein paar schnellere Schritte Richtung Aussichtspunkt und bekam prompt die Quittung. Mein Herz klopfte mir bis in den Hals, meine Lunge verlangte offensichtlich Nachschub und ich stand da wie jemand, der gerade einen Halbmarathon absolviert hatte. Dabei waren es wahrscheinlich zwanzig Meter gewesen.

Bianca hatte damit erwartungsgemäß deutlich weniger Probleme. Nun hatte es also doch einen praktischen Grund, eine 27-jährige Tochter mitzunehmen. Wir drückten ihr die Kamera in die Hand und schickten sie die letzten Meter weiter hinauf. „Du bist jung. Lauf.“ Familienurlaub kann so effizient sein. Während Stefan und ich unser persönliches Höhenlager in Gipfelnähe einrichteten und beschlossen, dass man fantastische Aussichten durchaus auch genießen kann, ohne dabei unnötig sportlichen Ehrgeiz zu entwickeln, kletterte Bianca weiter und brachte uns anschließend die Bilder mit. Perfekte Arbeitsteilung.

Die Aussicht dort oben war allerdings wirklich unglaublich. Unter uns lagen Bergketten, Täler und kleine Seen, die aus dieser Höhe beinahe wie Spielzeug wirkten. Die Straße, die wir gerade heraufgefahren waren, wand sich in engen Schleifen durch die kahle Landschaft und sah von oben noch wesentlich abenteuerlicher aus als aus dem Auto. Dazwischen huschten Marmots herum, diese rundlichen Bergbewohner, die aussehen, als hätten sie sich hervorragend auf einen sehr langen Winter vorbereitet. Einer saß geradezu fotogen auf einem Stein und beobachtete uns mit dem Gesichtsausdruck eines Einheimischen, der sich fragt, warum sich diese schlecht akklimatisierten Touristen freiwillig hier oben herumtreiben. Vermutlich eine berechtigte Frage.
Wir blieben ungefähr eine Stunde oben, machten Fotos, warfen noch ein paar Schneebälle und bewegten uns ansonsten zunehmend in einer Geschwindigkeit, die man großzügig als „höhenangepasst“ bezeichnen konnte. Man lernt auf 4.300 Metern sehr schnell, dass man nicht alles beweisen muss. Manchmal reicht es vollkommen, irgendwo zu stehen, in die Rocky Mountains zu schauen und dabei regelmäßig zu atmen.

Als wir schließlich wieder talwärts fuhren, merkte ich sofort, wie angenehm es war, mit jedem Höhenmeter wieder etwas mehr Sauerstoff zurückzubekommen. Normalerweise denkt man über Luft nicht besonders viel nach. Sie ist halt da. Nach einem Aufenthalt auf dem Mount Evans entwickelt man plötzlich eine ganz neue Wertschätzung für dieses kostenlose Angebot.
Unser nächster Stopp führte uns zum Lookout Mountain. Nach der dramatischen Hochgebirgslandschaft des Mount Evans wirkte hier alles wieder fast gemäßigt, obwohl wir noch immer weit über Denver standen. Vom Aussichtspunkt konnten wir weit über die Ebene schauen, und die Stadt lag in der Ferne wie ein kleines Modell.

Hier befindet sich auch das Grab von William F. Cody, besser bekannt als Buffalo Bill. Natürlich sahen wir uns das an. Buffalo Bill gehörte schließlich zu genau jener Wildwest-Welt, die man in Europa seit Kindheitstagen aus Filmen kennt – Cowboys, Büffel, Prärie, alles inklusive. Nun stand sein Grab hier oben auf einem Berg bei Denver, eingerahmt von Felsen und Wald. Im angeschlossenen Bereich gab es natürlich auch den obligatorischen Souvenirbetrieb, inklusive Fudge und allerlei Wildwest-Dekoration. Amerika schafft es zuverlässig, selbst historische Persönlichkeiten mit Süßwaren zu verbinden.
Nach so viel Natur, Geschichte und Höhenluft waren wir anschließend bereit für eine völlig andere Landschaftsform: eine Outlet Mall.
Die Colorado Mills lag praktischerweise auf unserem weiteren Weg und bildete damit den idealen Übergang von „majestätische Rocky Mountains“ zu „Oh, guck mal, das ist reduziert!“. Kaum angekommen, steuerten wir allerdings zunächst den Foodcourt an, denn inzwischen hatten wir Hunger. Stefan und ich entschieden uns für Orange Chicken, Bianca nahm Pizza. Ein völlig angemessenes Mittagessen nach mehreren Stunden alpiner Höhenluft. Außerdem hat Orange Chicken für mich etwas ausgesprochen Beruhigendes: Es ist süß, klebrig, knusprig und besitzt vermutlich mit traditioneller chinesischer Küche ungefähr so viel Gemeinsamkeit wie ein Ford Expedition mit einem Kleinwagen. Aber es schmeckt.
Danach ging das eigentliche Shopping los. Die Colorado Mills war riesig und hatte genau jene gefährliche Kombination aus vielen Geschäften, Rabatten und dem Gefühl, dass alles in Amerika irgendwie günstiger sein könnte als zu Hause. Drei Stunden später standen wir mit deutlich mehr Tüten da als vorher. Eigentlich praktisch, dass wir gestern den Expedition bekommen hatten. Ich begann langsam zu vermuten, dass ich unbewusst bereits beim Mietwagen eine gewisse Einkaufskapazität eingeplant hatte. Stefan dürfte diese Theorie vermutlich anders beurteilt haben.
Nach Mount Evans, Buffalo Bill und mehreren Stunden Outletshopping waren wir eigentlich schon ganz ordentlich beschäftigt gewesen, aber ein wichtiger Programmpunkt fehlte noch: Abendessen. Da wir am Vorabend nach unserer späten Ankunft überhaupt nichts mehr gegessen hatten, beschlossen wir, das kalorische Defizit gewissenhaft auszugleichen. Die Wahl fiel auf das Texas Roadhouse in Arvada.
Schon beim Betreten war klar: Genau richtig. Holz, Country-Musik, lebhafte Stimmung, Erdnüsse und natürlich diese warmen, weichen Brötchen mit Zimtbutter, bei denen man jedes Mal den Fehler macht, zu viele davon zu essen, obwohl man genau weiß, dass gleich noch ein Steak kommt. Aber sie stehen eben da. Warm. Mit Butter. Was soll man tun?
Stefan und ich bestellten Ribeye, Bianca ein New York Strip. Die Steaks kamen perfekt gegrillt auf den Tisch, dazu Ofenkartoffel, Pommes und Beilagen in einer Größenordnung, bei der man nicht versehentlich hungrig vom Tisch aufsteht. Nach unserem Frühstück um sechs, Mount Evans, dünner Luft, Schneebällen, Buffalo Bill und drei Stunden Einkaufszentrum hatten wir uns dieses Essen redlich verdient. Zumindest redeten wir uns das ein, während wir uns durch Steak und Kartoffeln arbeiteten.
Am frühen Abend machten wir uns schließlich auf den letzten Abschnitt Richtung Estes Park. Unser Ziel war die Coyote Mountain Lodge, wo wir gegen 19:30 Uhr ankamen. Wir luden Gepäck und Einkaufstüten aus dem Expedition – inzwischen war der Kofferraum schon deutlich amerikanischer befüllt als am Morgen – und bezogen unser Zimmer.
Nun meldete sich endgültig die Müdigkeit. Kein Wunder. Mein Tag hatte streng genommen bereits um vier Uhr morgens begonnen, inklusive Dusche, Gepäcktransport und unfreiwilliger Nachtportier-Aktivierung. Danach hatten wir Denver besichtigt, einen über 4.300 Meter hohen Berg bezwungen – zumindest mit dem Auto und teilweise zu Fuß –, Schneebälle geworfen, uns von Marmots beobachten lassen, Buffalo Bills Grab besucht, eine Outlet Mall geplündert und zum Abschluss ein Steak gegessen.
Für einen einzigen Urlaubstag war das durchaus eine brauchbare Ausbeute. Und morgen wartete der Rocky Mountain National Park.
Diesmal stellte ich allerdings zuerst die Uhr richtig. Sicher ist sicher.









































