Viva Las Vegas! Elvis traut, der Helikopter wartet und zum Hochzeitsessen gibt’s Burger
Während ich mit unserem Bräutigam Patrick durch die Straßen von Downtown Las Vegas fahre, wartet der Rest unserer kleinen Hochzeitsgesellschaft bereits in der Wee Kirk O’ The Heather Wedding Chapel. Hinter uns liegt ein Vormittag, der mit einem ausgesprochen kreativen Friseur namens Bong Bella begonnen hat und bei dem ich zwischenzeitlich befürchten musste, mit meiner Frisur die amerikanische Luftraumüberwachung auszulösen. Aber inzwischen sind wir alle herausgeputzt, die Braut sieht wunderschön aus, der Bräutigam steckt in seinem schicken schwarzen Anzug, und sogar meine Haare haben sich entschlossen, ihre endgültige Position einzunehmen. Jedenfalls hoffe ich das. Jetzt fehlt eigentlich nur noch eine Kleinigkeit: die Hochzeit selbst. Und weil wir nun einmal in Las Vegas sind, haben wir uns dafür natürlich nicht irgendeinen gewöhnlichen Pfarrer ausgesucht. Nein, bei uns übernimmt heute Elvis Presley höchstpersönlich die musikalische Unterhaltung. Zumindest ein ausgesprochen überzeugendes Exemplar davon. Der echte Elvis hat bekanntlich seit 1977 andere Verpflichtungen, aber in Las Vegas nimmt man solche Kleinigkeiten erfreulich gelassen.
Als Patrick und ich an der kleinen weißen Kapelle ankommen, werden wir bereits erwartet. Meine E-Mail-Freundin Lynn, mit der ich in den vergangenen Wochen so viele Nachrichten ausgetauscht habe, ist heute leider nicht persönlich da. Dafür empfängt uns ihre Kollegin Shelby, und ich merke sofort, dass wir hier in besten Händen sind. Sie begrüßt uns herzlich, fragt, ob alles in Ordnung ist, und hat dabei diese wunderbar entspannte amerikanische Art, bei der man das Gefühl bekommt, dass selbst ein plötzlich auftauchender Tornado vermutlich nur mit einem freundlichen „No problem!“ quittiert würde. Patrick und ich werden zunächst ins kleine Trauzimmer gebeten, während Shelby draußen die letzten Vorbereitungen trifft. Stefan wartet mit Bianca und Nadine bereits auf seinen großen Auftritt als Brautvater, der Fotograf macht sich bereit, und irgendwo im Hintergrund muss noch Elvis organisiert werden. Ich bin wirklich beeindruckt, wie reibungslos hier alles funktioniert. Niemand rennt hektisch mit einem Klemmbrett durch die Gegend, niemand brüllt Anweisungen, und trotzdem scheint jeder ganz genau zu wissen, was er zu tun hat.

Die Wee Kirk ist wirklich ein zauberhaftes kleines Kirchlein. Weiße Holzbänke, helle Wände, hübsche Blumendekorationen und ein kleiner Altar, vor dem gleich unsere Bianca und Patrick stehen werden. Alles ist überschaubar, gemütlich und erstaunlich persönlich. Wer bei einer Hochzeit in Las Vegas an eine lieblos abgefertigte Massenveranstaltung denkt, bei der alle fünf Minuten ein neues Brautpaar durchgeschleust wird, wäre hier vermutlich ziemlich überrascht. Natürlich geht alles zügig, schließlich sind wir in Amerika, wo man bekanntlich sogar einen Führerschein bekommen kann, ohne vorher jahrelang die theoretischen Grundlagen des Einparkens zu studieren. Aber von Hektik oder Fließbandabfertigung ist hier überhaupt nichts zu spüren. Shelby kümmert sich ausschließlich um uns, und wir haben tatsächlich das Gefühl, dass unsere kleine Hochzeit gerade das wichtigste Ereignis in ganz Las Vegas ist.
Dann öffnet sich die Tür, und plötzlich steht er vor uns. Elvis lebt! Zumindest sieht es verdammt danach aus. Schwarze, perfekt nach hinten frisierte Haare, markante Koteletten, ein glänzendes goldenes Jackett, schwarzes Hemd und natürlich die obligatorische Gitarre. Ich muss grinsen. Dieser Mann sieht aus, als wäre er geradewegs aus einem Elvis-Film der sechziger Jahre in unsere kleine Kapelle spaziert. Er begrüßt uns freundlich, scherzt ein bisschen herum und wirkt dabei so sympathisch und locker, dass die letzten Reste unserer Aufregung ziemlich schnell verschwinden. Auch der Fotograf wird uns vorgestellt, und dann erklärt Shelby noch kurz den Ablauf. Ich staune, wie viele Menschen hier offenbar zusammenarbeiten, damit unsere fünfköpfige Hochzeitsgesellschaft einen perfekten Nachmittag erlebt. Wir haben zwar keine hundert Gäste, keine zwölf Brautjungfern und keinen Blumenschmuck im Gegenwert eines Kleinwagens, aber dafür einen eigenen Elvis. Das muss uns erst einmal jemand nachmachen.
Schließlich ist alles vorbereitet. Patrick steht vorne am Altar, ich habe meinen Platz eingenommen, und dann erklingt diese unverkennbare Stimme: „Ladies and Gentlemen, live from Las Vegas …“ Schon diese Ankündigung ist großartig! Ich habe das Gefühl, gleich beginnt eine Show im Hilton, und nicht die Hochzeit meiner Tochter. Elvis greift in die Saiten seiner Gitarre und stimmt „Can’t Help Falling in Love“ an. Und plötzlich wird es in der kleinen Kapelle ganz still. Die Musik erfüllt den Raum, und ich bekomme tatsächlich eine Gänsehaut. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein Elvis-Imitator in einem kleinen Kirchlein mitten in Las Vegas einen so wunderschönen, romantischen Moment schaffen kann?

Zuerst erscheint Nadine. Unsere Brautjungfer schreitet langsam den kleinen Mittelgang entlang, in ihrem wunderschönen rosafarbenen Kleid, das wir für ungefähr 80 Euro bei AliExpress bestellt haben. Ich finde das immer noch herrlich. Anderswo werden für Brautjungfernkleider Summen ausgegeben, für die man vermutlich einen gebrauchten Kleinwagen bekommt, und unsere Nadine sieht in ihrem chinesischen Internet-Schnäppchen aus wie eine Prinzessin. Das Kleid ist bodenlang, glitzert wunderschön und passt perfekt zu dieser Hochzeit. In ihren Händen trägt sie das kleine weiße Ringkissen mit den roten Schleifen, auf dem die Eheringe befestigt sind. Sie macht ihre Sache ganz wunderbar, und ich bin wirklich stolz auf sie. Vor allem bin ich froh, dass sie das Ringkissen nicht irgendwo im Hotelzimmer vergessen hat. Das wäre jetzt nämlich ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt, um festzustellen, dass die wichtigsten Schmuckstücke des Tages noch auf dem Nachttisch liegen.

Und dann kommt Bianca. Am Arm ihres Papas erscheint sie am Eingang der Kapelle, und ich muss erst einmal tief durchatmen. Da steht unsere Tochter in ihrem wunderschönen weißen Hochzeitskleid, mit Schleier, funkelnder Tiara und einem kleinen roten Brautstrauß in der Hand. Stefan sieht in seinem dunklen Anzug mit der hellen Krawatte ebenfalls richtig schick aus, und ich finde, man kann ihm den Stolz förmlich ansehen. Gemeinsam gehen die beiden langsam den Mittelgang entlang, während Elvis noch immer „Can’t Help Falling in Love“ singt. Ich schaue zu Patrick, der vorne auf seine Braut wartet, und dann wieder zu Bianca. Sie strahlt über das ganze Gesicht. Und in diesem Moment ist es plötzlich völlig egal, dass wir uns in Las Vegas befinden, dass draußen ungefähr 45 Grad herrschen und dass Elvis ein goldenes Jackett trägt. Es ist einfach nur wunderschön.

Stefan führt Bianca bis nach vorne und übergibt sie an Patrick. Ein kurzer Blick, ein Lächeln, und dann stehen die beiden nebeneinander vor dem Altar. Ich finde diesen Moment unglaublich berührend. Unsere Bianca, die wir gefühlt gerade erst eingeschult haben, steht nun hier und wird gleich heiraten. Und Stefan, der sie eben noch am Arm durch die Kapelle geführt hat, tritt einen Schritt zurück und überlässt sie ihrem zukünftigen Ehemann. Natürlich weiß ich, dass unsere Tochter längst erwachsen ist und niemand sie tatsächlich irgendwohin übergeben muss. Aber diese kleine Tradition hat schon etwas Besonderes. Vor allem, wenn man als Eltern danebensteht und sich fragt, wo eigentlich die ganzen Jahre geblieben sind.

Nun übernimmt Elvis erst einmal die Regie. Mit seiner Gitarre, seinem unwiderstehlichen Charme und dieser herrlich tiefen Stimme führt er Bianca und Patrick durch den romantischen Teil ihrer Hochzeitszeremonie. Die beiden stehen Hand in Hand vor ihm, schauen sich verliebt an und hören zu, während unser King of Rock ’n’ Roll aus einer kleinen Kapelle in Las Vegas eine Bühne für ganz große Gefühle macht. Natürlich darf auch „The Wonder of You“ nicht fehlen. Dazu dürfen Bianca und Patrick miteinander tanzen, und ich finde diesen Anblick einfach wunderschön. Da steht unsere Tochter in ihrem weißen Hochzeitskleid, ihr zukünftiger Ehemann hält sie im Arm, und direkt daneben singt Elvis Presley. Also zumindest die Las-Vegas-Ausgabe davon. Ich glaube, mehr amerikanische Filmromantik bekommt man in eine Hochzeit wirklich nicht hinein. Und das Beste daran: Elvis macht seine Sache so wunderbar, dass man zwischendurch tatsächlich vergisst, dass hier ein Entertainer in einem goldenen Jackett vor uns steht.
Aber dann zeigt unser Elvis, dass er nicht nur romantisch kann. Jetzt kommen nämlich seine ganz persönlichen Eheversprechen, und die haben mit einer klassischen kirchlichen Trauung ungefähr so viel gemeinsam wie ein amerikanischer Monstertruck mit einem Smart. Mit einem breiten Grinsen lässt er Bianca und Patrick seine ganz speziellen Versprechen nachsprechen, baut kleine Scherze ein, improvisiert und bringt uns damit endgültig zum Lachen. Die beiden machen begeistert mit, und wir können uns teilweise kaum noch halten. Dieser Mann ist einfach sensationell! Er hat genau das richtige Gespür dafür, wann ein bisschen Romantik angebracht ist und wann man die ganze Hochzeitsgesellschaft mit einem frechen Spruch aus der Reserve locken kann. Dabei wird es nie albern oder peinlich, sondern bleibt die ganze Zeit unglaublich herzlich und persönlich. Ich bin heilfroh, dass wir einen Teil davon auf Video festgehalten haben. Einen Ausschnitt dieser herrlich verrückten Elvis-Trauversprechen könnt ihr euch übrigens hier auf der Seite anschauen. Unbedingt ansehen! Denn so gut ich auch versuche, diesen Auftritt zu beschreiben – Elvis muss man einfach live erleben. Besonders, wenn er gerade dabei ist, zwei Menschen auf seine ganz eigene Art in den Hafen der Ehe zu begleiten.
Und dann, nachdem Elvis uns bereits ordentlich zum Lachen gebracht hat, kommt tatsächlich noch ein richtiger Geistlicher ins Spiel. Ach ja, da war ja noch etwas! Bei aller Rock-’n’-Roll-Romantik muss die Ehe schließlich auch ganz offiziell geschlossen werden. Der Geistliche tritt nach vorne, spricht ein paar Worte zu Bianca und Patrick und lässt die beiden ihre eigentlichen Eheversprechen ablegen. Der gesamte offizielle Teil ist erstaunlich kurz und beinahe unscheinbar. Kein großes Zeremoniell, keine endlosen Ansprachen und schon gar keine Predigt, bei der die ersten Gäste langsam einnicken. Ein paar Worte, die Ringe, die entscheidenden Versprechen – und schon ist die Sache erledigt.
Bianca und Patrick sind verheiratet!

Und ich finde diese Kombination einfach großartig. Elvis hat für die Romantik, die Musik und jede Menge Spaß gesorgt, und der Geistliche erledigt anschließend den offiziellen Teil so unaufgeregt, als würde er noch schnell den letzten Stempel unter ein ohnehin schon perfektes Ereignis setzen. Was mich dabei besonders begeistert: Trotz des flotten Tempos haben wir zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, einfach nur abgefertigt zu werden. Während wir in dieser kleinen Kapelle sind, gehört die gesamte Aufmerksamkeit uns. Niemand drängt, niemand schaut demonstrativ auf die Uhr, und wir dürfen jeden Augenblick genießen. Wir haben schon Hochzeiten erlebt, bei denen allein die Begrüßung der Verwandtschaft länger gedauert hat als unsere komplette Trauung. Hier dagegen passt einfach alles zusammen. Eine wunderschöne Braut, ein glücklicher Bräutigam, eine winzige Hochzeitsgesellschaft und ein Elvis, der vermutlich selbst bei einer Beerdigung noch für gute Stimmung sorgen könnte. Wobei wir das lieber nicht ausprobieren wollen.
Und dann geht die Party erst richtig los. Elvis stimmt „Viva Las Vegas“ an, und plötzlich gibt es in unserer kleinen Kapelle kein Halten mehr. Wir klatschen, singen und tanzen, als wären wir nicht gerade bei einer Hochzeit, sondern mitten in einer Show auf dem Strip. Selbst Nadine darf mit Elvis und seiner Gitarre posieren, und auf den Fotos sieht man sehr schön, dass wir inzwischen sämtliche Zurückhaltung abgelegt haben. Da werden die Arme hochgerissen, mit den Fingern in die Luft gezeigt und Grimassen geschnitten. Ich glaube, wenn uns in diesem Moment jemand erzählt hätte, dass wir uns für eine Hochzeitszeremonie eigentlich besonders würdevoll benehmen sollten, hätten wir ihn vermutlich einfach zum Mittanzen aufgefordert. Wir haben einen unglaublichen Spaß, und das alles vollkommen nüchtern! Man stelle sich nur vor, was hier los gewesen wäre, wenn wir vorher noch ein paar von unseren Ein-Dollar-Margaritas getrunken hätten.

Ich muss immer wieder lachen, wenn ich daran denke, wie anders diese Hochzeit im Vergleich zu den üblichen großen Familienfeiern abläuft. Keine Tante Emma, die beleidigt ist, weil sie neben Onkel Hans sitzen muss. Kein Streit darüber, wer zuerst ans Buffet darf. Keine Diskussionen über den Musikgeschmack des DJs und keine Gäste, die schon beim Sektempfang anfangen, die Dekoration zu kritisieren. Stattdessen stehen wir zu fünft in einer kleinen Kapelle in Las Vegas, singen mit Elvis und haben vermutlich mehr Spaß als auf mancher Hochzeit mit zweihundert Gästen. Und dabei ist die Trauung selbst kein bisschen weniger schön oder feierlich gewesen. Genau diese Mischung macht es für mich so besonders. Erst ein wirklich berührender Moment, dann eine völlig verrückte Elvis-Show, und alles fühlt sich vollkommen richtig an.
Zum Abschluss erklingt „Blue Suede Shoes“, und unser frisch verheiratetes Paar darf die Kapelle verlassen. Natürlich nicht einfach so, sondern mit der passenden musikalischen Begleitung. Elvis hat inzwischen endgültig alle Herzen erobert und verabschiedet sich schließlich mit einem letzten großen Auftritt. Er nimmt unsere Nadine mit, marschiert Richtung Ausgang und verkündet mit seiner besten Elvis-Stimme: „Elvis has left the building!“ Ich kann nicht mehr. Das ist einfach zu gut! Ich glaube, spätestens jetzt sind wir alle restlos begeistert. Dieser Mann ist ein geborener Entertainer, und ich bin unglaublich froh, dass wir uns für diese Art der Hochzeit entschieden haben. Was für ein Erlebnis!

Natürlich werden anschließend noch unzählige Fotos gemacht. Bianca und Patrick mit Elvis, Bianca mit ihrem Papa, das Brautpaar allein, wir alle zusammen und natürlich noch einmal unsere wunderschöne Braut. Der Fotograf hat alle Hände voll zu tun, aber auch hier läuft alles ganz entspannt ab. Wir dürfen posieren, lachen und herumalbern, und niemand schaut ständig auf die Uhr. Besonders schön finde ich die Bilder von Bianca und Stefan. Da steht unser stolzer Brautvater neben seiner Tochter, und auf einem Foto bekommt er sogar noch ein Küsschen auf die Wange. Ich glaube, Stefan hätte in diesem Moment nicht glücklicher sein können. Und wenn ich mir die Bilder später anschaue, muss ich immer wieder lächeln. Es sind eben nicht nur die großen Momente, die so einen Tag unvergesslich machen, sondern auch diese kleinen Augenblicke dazwischen.
Irgendwann verabschieden wir uns schließlich von Shelby, Elvis und dem gesamten Team der Wee Kirk. Ich bedanke mich noch einmal herzlich, denn was die hier für uns auf die Beine gestellt haben, ist wirklich großartig. Wir haben eine wunderschöne, persönliche Trauung erlebt, dazu eine Elvis-Show, die uns vor Lachen fast aus den Schuhen gehauen hat, und das alles ohne den geringsten Stress. Ich hatte vor unserer Reise natürlich schon ein bisschen darüber nachgedacht, ob eine Hochzeit in Las Vegas vielleicht doch etwas zu schnell und unpersönlich sein könnte. Aber diese Sorge war vollkommen unbegründet. Es war einfach perfekt. Und das Beste daran: Unser Hochzeitstag ist noch lange nicht vorbei.
Zunächst steht allerdings noch ein ganz wichtiger Fototermin auf dem Programm. Wenn man schon einmal in Las Vegas heiratet, dann braucht man natürlich auch ein Hochzeitsfoto vor dem berühmten „Welcome to Fabulous Las Vegas“-Schild. Also fahren wir mit unserer frisch verheirateten Tochter, ihrem Ehemann und unserer Brautjungfer zum südlichen Ende des Strips. Dort steht dieses legendäre Schild, das wahrscheinlich schon auf mehr Urlaubsfotos verewigt wurde als der Eiffelturm und das Brandenburger Tor zusammen. Und heute dürfen wir unsere ganz persönliche Hochzeitsversion davon machen. Bianca und Patrick posieren in ihren Hochzeitsklamotten vor dem Schild, wir fotografieren aus allen möglichen Perspektiven, und natürlich darf auch ein bisschen herumgealbert werden. Bei diesen Temperaturen ist das übrigens gar nicht so einfach. Die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel, und ich bin froh, dass Biancas Make-up offenbar tatsächlich so haltbar ist, wie Bong versprochen hat. Meine Frisur steht sowieso noch immer wie eine Eins. Vermutlich könnte ich damit inzwischen auch einen Sandsturm überstehen.

Während wir fotografieren, freue ich mich innerlich allerdings schon auf den nächsten Programmpunkt. Denn was Bianca und Patrick noch immer nicht wissen: Ihre Hochzeit ist längst nicht die einzige Überraschung dieses Tages. Familie und Freunde haben zusammengelegt und den beiden etwas geschenkt, das sie garantiert nicht so schnell vergessen werden. Einen Helikopterflug zum Grand Canyon! Und zwar nicht einfach nur einmal drüberfliegen und wieder zurück, sondern mit einer Landung mitten in dieser unglaublichen Landschaft und einem kleinen Sektempfang. Ich finde diese Idee einfach sensationell. Wenn man schon in Las Vegas heiratet, dann darf es ruhig auch ein bisschen außergewöhnlich sein. Schließlich kann jeder nach der Trauung in ein Restaurant gehen. Aber wer kann schon behaupten, dass er am Hochzeitstag mit einem Helikopter in den Grand Canyon geflogen ist?
Damit die Überraschung auch wirklich gelingt, haben wir uns natürlich eine kleine Geschichte ausgedacht. Wir erzählen Bianca und Patrick, dass wir noch zum Mandalay Bay fahren möchten, weil es dort einen besonders schönen Brunnen gibt, vor dem wir unbedingt noch ein paar Hochzeitsfotos machen wollen. Das klingt ausgesprochen glaubwürdig, schließlich haben wir heute ohnehin schon ungefähr dreihundert Fotos gemacht, und ein paar weitere dürften nun wirklich niemanden mehr überraschen. Die beiden sind einverstanden, und wir fahren los. Ich muss mich allerdings ziemlich zusammenreißen, um nicht die ganze Zeit zu grinsen. Ich liebe solche Überraschungen, vor allem wenn ich weiß, dass die Beschenkten überhaupt keine Ahnung haben, was gleich passieren wird.
Am Mandalay Bay angekommen, wird es dann langsam ernst. Statt des angekündigten Brunnens wartet nämlich etwas ganz anderes auf unser Brautpaar. Zunächst bekommt Bianca ein Paar bequeme Turnschuhe überreicht. Das ist natürlich ein etwas ungewöhnliches Geschenk für eine frisch verheiratete Braut, die gerade noch in ihrem wunderschönen Hochzeitskleid vor dem Altar gestanden hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie sich in diesem Moment fragt, ob wir inzwischen endgültig den Verstand verloren haben. Aber die Schuhe haben natürlich ihren Sinn. Für einen Helikopterflug mit Landung im Grand Canyon sind elegante Brautschuhe nämlich ungefähr so praktisch wie ein Abendkleid beim Bergsteigen.

Und dann lassen wir endlich die Katze aus dem Sack. Kein Brunnen, keine weiteren Hotelfotos, sondern ein Helikopterflug zum Grand Canyon! Die beiden sind völlig überrascht, und ich freue mich riesig, dass unser Plan tatsächlich aufgegangen ist. Wir haben dieses Geheimnis seit Wochen mit uns herumgetragen, haben bei der Kleiderauswahl darauf geachtet, dass Bianca mit ihrem Hochzeitskleid überhaupt in einen Helikopter passt, und mussten bei den Vorbereitungen immer wieder aufpassen, dass wir uns nicht versehentlich verplappern. Und jetzt stehen die beiden hier, frisch verheiratet, und erfahren, dass sie gleich über eine der beeindruckendsten Landschaften Amerikas fliegen werden. Besser kann man einen Hochzeitstag doch eigentlich kaum fortsetzen.
Ein Shuttle bringt Bianca und Patrick zum Flughafen, wo bereits der Helikopter auf sie wartet. Wir verabschieden die beiden und wünschen ihnen ganz viel Spaß. Und ich muss zugeben, ein kleines bisschen neidisch bin ich schon. Schließlich ist so ein Flug über den Grand Canyon wirklich etwas ganz Besonderes. Aber heute gehört dieses Erlebnis den beiden, und genau so soll es sein. Während sie sich auf den Weg zu ihrem nächsten Abenteuer machen, haben wir drei plötzlich ein paar Stunden Zeit. Stefan, Nadine und ich stehen also in Las Vegas, haben gerade unsere Tochter verheiratet und müssen nun überlegen, was wir mit unserer Freizeit anfangen. Eine ausgesprochen angenehme Situation, wie ich finde.
Und was macht man in Las Vegas, wenn man ein paar Stunden Zeit hat? Richtig. Man geht in ein Casino. Oder besser gesagt in mehrere. Schließlich wäre es ja geradezu unhöflich, wenn man sich in dieser Stadt aufhalten würde, ohne wenigstens ein bisschen Geld in die örtliche Unterhaltungsindustrie zu investieren. Also machen wir uns auf den Weg und schauen uns noch einmal einige Hotels an. Zuerst geht es ins Luxor, wo wir wieder einmal von der riesigen Pyramide und dem unglaublichen Innenraum beeindruckt sind. Anschließend fahren wir zum Circus Circus, das mit seinen bunten Fassaden und seinem etwas anderen Publikum einen herrlichen Kontrast zu den eleganten Hotels am südlichen Strip bildet. Wir schlendern durch die Casinos, schauen uns um und lassen uns einfach treiben. Natürlich bleibt auch der eine oder andere Dollar an einem Spielautomaten hängen. Ich bin inzwischen ziemlich sicher, dass die Casinos in Las Vegas ihre Gewinne hauptsächlich mit Menschen wie uns machen, die immer wieder glauben, dass der nächste Knopfdruck nun aber wirklich der richtige sein müsste.
Während wir also durch Las Vegas bummeln, erleben Bianca und Patrick ihr ganz eigenes Abenteuer. Die Bilder, die sie später mitbringen, sind einfach unglaublich. Schon beim Einsteigen in den Helikopter sieht man den beiden an, wie begeistert sie sind. Patrick sitzt in seinem schwarzen Hochzeitsanzug neben Bianca, die mit Tiara und Schleier im Helikopter Platz genommen hat. Beide tragen große Kopfhörer mit Mikrofon, und ich finde, sie sehen aus wie die Hauptdarsteller eines ziemlich ungewöhnlichen Actionfilms. James Bond heiratet in Las Vegas und fliegt anschließend mit seiner Braut direkt in den Grand Canyon. Eigentlich fehlt nur noch ein Bösewicht, der irgendwo hinter einem Felsen hervorspringt.

Der Flug führt sie über die beeindruckende Wüstenlandschaft Nevadas, vorbei am Hoover Dam und über den tiefblauen Lake Mead. Von oben sieht diese Gegend völlig anders aus als vom Boden. Die Berge wirken wie riesige, zerknitterte Felsformationen, dazwischen schlängeln sich Straßen und Wasserläufe durch die Landschaft, und immer wieder eröffnen sich unglaubliche Ausblicke. Schließlich erreichen sie den Grand Canyon, wo sich die gewaltigen Felswände in unterschiedlichen Rot-, Braun- und Ockertönen auftürmen. Tief unten windet sich der Colorado River durch die Schlucht. Ich kann mir gut vorstellen, wie beeindruckend dieser Anblick sein muss, wenn man ihn zum ersten Mal aus einem Helikopter erlebt.
Das eigentliche Highlight ist allerdings die Landung mitten im Canyon. Der Helikopter setzt auf einem kleinen Landeplatz zwischen den gewaltigen Felswänden auf, und plötzlich stehen Bianca und Patrick in ihren Hochzeitsklamotten mitten in dieser unglaublichen Landschaft. Ich finde allein die Vorstellung schon großartig. Während andere Brautpaare nach der Trauung vielleicht im Schlosspark fotografiert werden, steht unsere Bianca im weißen Hochzeitskleid auf einem staubigen Felsplateau im Grand Canyon. Und das bei Temperaturen, bei denen man normalerweise nicht einmal freiwillig aus einem klimatisierten Auto aussteigen möchte. Aber die Bilder sind einfach wunderschön. Der Kontrast zwischen dem eleganten weißen Kleid und den rauen, rotbraunen Felsen ist wirklich etwas Besonderes.
Natürlich gehört zu diesem Ausflug auch ein kleiner Sektempfang. Es gibt Picknickkörbe, Getränke und ein paar Kleinigkeiten zu essen, und die beiden stoßen mitten im Grand Canyon auf ihre Hochzeit an. Auf einem Foto halten sie ihre Sektgläser in die Kamera, hinter ihnen die gewaltige Landschaft. Ich liebe dieses Bild! Es ist so herrlich unkonventionell und passt perfekt zu den beiden. Kein festlich gedeckter Hochzeitstisch mit silbernen Kerzenleuchtern und einem Kellner, der mit weißen Handschuhen den Champagner einschenkt. Stattdessen ein Picknickkorb, ein Plastikbecher Wasser für zwischendurch und ein Glas Sekt zwischen den Felsen des Grand Canyon. Ich finde, mehr braucht man wirklich nicht, um einen besonderen Moment zu genießen.

Als die beiden später wieder im Helikopter sitzen und zurück nach Las Vegas fliegen, haben sie vermutlich bereits mehr erlebt als andere Brautpaare an einem ganzen Hochzeitswochenende. Und wir drei sind inzwischen ebenfalls wieder unterwegs zum Mandalay Bay, wo wir unsere frisch verheirateten Abenteurer abholen wollen. Ich bin natürlich gespannt, was sie erzählen werden, und vor allem freue ich mich darauf, die Fotos zu sehen. Als wir uns schließlich wiedersehen, sind Bianca und Patrick völlig begeistert. Die Überraschung war ein voller Erfolg, und ich bin wirklich froh, dass wir uns für dieses Geschenk entschieden haben. Solche Erlebnisse bleiben einfach im Gedächtnis. Eine Kaffeemaschine oder ein neues Geschirrservice kann man sich schließlich auch noch später kaufen.

Inzwischen meldet sich allerdings bei uns allen der Hunger. Kein Wunder, schließlich liegt ein langer, aufregender Tag hinter uns, und außer ein paar Kleinigkeiten haben wir noch nicht besonders viel gegessen. Nun stellt sich also die große Frage: Wohin gehen wir zum Hochzeitsessen? Las Vegas bietet schließlich Restaurants in allen Preisklassen. Von sündhaft teuren Gourmettempeln mit weißen Tischdecken und Kellnern, die einem die Herkunft jeder einzelnen Kartoffel erklären, bis hin zu riesigen Buffets, bei denen man sich problemlos durch sämtliche Kontinente essen kann. Wir könnten also wirklich alles haben. Ein romantisches Dinner bei Kerzenschein, ein luxuriöses Steakhouse oder ein elegantes Restaurant mit Blick über den Strip.
Aber unser frisch verheiratetes Paar hat einen ganz anderen Wunsch.
Hamburger!
Ja, tatsächlich. Hamburger. Und zwar von Fuddruckers! Ich muss lachen. Andere Brautpaare lassen sich ein siebengängiges Hochzeitsmenü servieren, und unsere beiden wünschen sich einen ordentlichen Burger. Aber warum eigentlich nicht? Schließlich ist es ihre Hochzeit, und wenn sie nach einem Helikopterflug zum Grand Canyon Lust auf Hamburger haben, dann bekommen sie eben Hamburger. Ich finde das sogar ausgesprochen sympathisch. Vor allem ersparen wir uns damit die Frage, welches Besteck man für welchen Gang benutzen muss und ob man die Stoffserviette nun auf den Schoß oder auf den Tisch legen soll. Bei Fuddruckers bekommt man einen Burger, nimmt ihn in die Hand und beißt hinein. Fertig. Das ist doch mal ein Hochzeitsessen nach meinem Geschmack.
Also fahren wir zum Orleans Casino, wo sich eine Filiale von Fuddruckers befindet. Und dort sitzen wir dann tatsächlich, unsere kleine Hochzeitsgesellschaft, mitten in Las Vegas, und essen Hamburger. Bianca noch immer mit ihrer wunderschönen Hochsteckfrisur und Tiara, Patrick im schicken Hochzeitsanzug, und vor den beiden liegen Burger, die so groß sind, dass man eigentlich eine Bedienungsanleitung dazu bräuchte. Ich finde dieses Bild einfach unbezahlbar. Da hat man gerade eine romantische Trauung mit Elvis erlebt, ist anschließend mit einem Helikopter in den Grand Canyon geflogen, und jetzt versucht man, einen riesigen Hamburger möglichst unfallfrei in den Mund zu bekommen. Vor allem bei Bianca hoffe ich, dass das aufwendige Airbrush-Make-up von Bong tatsächlich so widerstandsfähig ist, wie es heute Morgen den Anschein hatte. Denn ein ordentlicher amerikanischer Burger hat bekanntlich die unangenehme Eigenschaft, spätestens beim zweiten Bissen seine Bestandteile in sämtliche Himmelsrichtungen zu verteilen.
Wir lassen es uns jedenfalls schmecken und haben wieder einmal unglaublich viel Spaß. Die Burger sind riesig, die Pommes lecker, und wir sind alle zufrieden. Ich glaube, dieses Hochzeitsessen werde ich nie vergessen. Nicht, weil es besonders luxuriös oder außergewöhnlich gewesen wäre, sondern gerade weil es so wunderbar unkompliziert ist. Wir sitzen zusammen, lachen, erzählen und genießen den Abend. Niemand muss sich Gedanken über Tischkarten, Menüfolgen oder irgendwelche offiziellen Reden machen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass Bianca und Patrick an diesem Abend glücklicher sind als so manches Brautpaar, das gerade in einem sündhaft teuren Restaurant sitzt und sich durch sieben Gänge quält, obwohl es eigentlich viel lieber einen Hamburger hätte.
Nach dem Essen fahren wir zurück nach Downtown Las Vegas. Aber natürlich wäre es viel zu schade, jetzt einfach ins Hotelzimmer zu verschwinden. Schließlich haben wir heute eine Hochzeit gefeiert, und die Fremont Street liegt direkt vor unserer Haustür. Also beschließen wir, noch ein bisschen durch das nächtliche Las Vegas zu schlendern. Und das wird noch einmal ein ganz besonderes Erlebnis. Denn eine Braut im weißen Hochzeitskleid und ein Bräutigam im schwarzen Anzug fallen selbst auf der Fremont Street auf. Was in dieser Stadt schon einiges heißen will, schließlich laufen hier Menschen herum, bei denen man gelegentlich nicht sicher ist, ob sie gerade von einer Kostümparty kommen oder einfach nur vergessen haben, sich vollständig anzuziehen.
Kaum sind wir unterwegs, werden Bianca und Patrick von allen Seiten angesprochen. „Congratulations!“ ruft jemand, ein anderer winkt, wieder andere bleiben stehen und gratulieren den beiden. Ich finde das herrlich. Die Amerikaner sind bei solchen Dingen einfach unglaublich offen und herzlich. Da wird nicht erst lange überlegt, ob man fremde Menschen ansprechen darf. Man sieht ein Brautpaar, freut sich mit und ruft einfach seine Glückwünsche hinterher. Und Bianca und Patrick strahlen natürlich über das ganze Gesicht. Ich glaube, sie haben an diesem Abend mehr Glückwünsche von völlig fremden Menschen bekommen als manche Brautpaare von ihrer gesamten Verwandtschaft.
Wir lassen uns durch die Fremont Street treiben, genießen die Musik, die Lichter und das bunte Treiben. Über unseren Köpfen leuchtet das riesige Dach der Fremont Street Experience, aus den Casinos dringt das vertraute Klingeln der Spielautomaten, und überall herrscht diese unvergleichliche Las-Vegas-Stimmung. Zwischendurch machen wir natürlich wieder Fotos, lachen über die verrückten Gestalten und bleiben hier und da stehen, um den Straßenkünstlern zuzuschauen. Auf einem Bild sieht man Nadine und Bianca sogar bei einer kleinen Kraftprobe. Die beiden stehen sich gegenüber, haben die Hände ineinander verschränkt und versuchen offenbar herauszufinden, wer von ihnen die stärkere ist. Ich weiß nicht mehr, wer gewonnen hat, aber ich finde es großartig, dass man selbst am Hochzeitstag noch Zeit für solchen Blödsinn hat.
Irgendwann sind wir allerdings doch ziemlich erledigt. Kein Wunder, schließlich sind wir seit dem frühen Morgen unterwegs. Erst der Friseurmarathon mit Bong Bella, dann die Vorbereitungen im Hotel, die wunderschöne Trauung mit Elvis, die Hochzeitsfotos, der Helikopterflug zum Grand Canyon, unser luxuriöses Hamburger-Hochzeitsdinner und schließlich noch ein ausgedehnter Spaziergang über die Fremont Street. Andere Menschen verteilen solche Programmpunkte vermutlich auf eine ganze Woche. Wir haben das alles an einem einzigen Mittwoch untergebracht. Und das Erstaunliche daran ist, dass wir uns dabei zu keinem Zeitpunkt wirklich gestresst gefühlt haben. Alles hat wunderbar funktioniert, alles war perfekt organisiert, und wir hatten von morgens bis abends einfach nur Spaß.

Als wir schließlich wieder im Golden Nugget ankommen, ist es Zeit, diesen unglaublichen Tag langsam ausklingen zu lassen. Bianca trägt noch immer ihr wunderschönes Hochzeitskleid, und Patrick scheint inzwischen ebenfalls ziemlich müde zu sein. Auf einem der letzten Fotos des Abends hat er seine frisch angetraute Ehefrau kurzerhand über die Schulter geworfen und trägt sie durch den Hotelflur. Nicht besonders romantisch im klassischen Sinne, aber ausgesprochen praktisch. Und vor allem typisch für die beiden. Ich muss schon wieder lachen, als ich das sehe. Andere Bräutigame tragen ihre Braut auf Händen über die Schwelle, unserer nimmt sie einfach wie einen Sack Kartoffeln über die Schulter. Hauptsache, sie kommt sicher im Zimmer an.

Und damit geht ein Hochzeitstag zu Ende, den ich mir wirklich nicht schöner hätte vorstellen können. Wir haben gelacht, getanzt, gesungen, uns gerührt angeschaut, eine wunderschöne Trauung erlebt und gemeinsam einen Tag verbracht, der so herrlich unkompliziert war, dass ich mich frage, warum man Hochzeiten eigentlich nicht grundsätzlich so feiern kann. Natürlich ist das nicht jedermanns Sache. Manche träumen von einer großen Feier mit hundert Gästen, einer riesigen Hochzeitstorte und einem festlichen Menü. Aber für Bianca und Patrick war diese Hochzeit in Las Vegas genau richtig. Und für uns als Eltern war es ein unglaubliches Erlebnis, dabei sein zu dürfen.
Wenn ich an diesen Tag zurückdenke, sehe ich nicht nur das wunderschöne Brautpaar vor dem Altar. Ich sehe Stefan, wie er seine Tochter stolz durch die kleine Kapelle führt. Nadine in ihrem rosafarbenen Prinzessinnenkleid. Elvis mit seinem goldenen Jackett und der Gitarre. Bianca und Patrick, wie sie lachend ihre ganz besonderen Eheversprechen ablegen. Die beiden im Helikopter über dem Grand Canyon. Und natürlich das frisch verheiratete Paar, das am Abend in voller Hochzeitsmontur vor zwei riesigen Hamburgern sitzt.
Eine Hochzeit mit Elvis, ein Flug in den Grand Canyon und Hamburger zum Abendessen.
Ich glaube, viel besser kann man in Las Vegas nicht heiraten.
Und das Schönste daran? Niemand hat sich gestritten, niemand war beleidigt, niemand musste eine langweilige Hochzeitsrede über sich ergehen lassen, und selbst die Schwiegermutter hat sich benommen. Na gut, zumindest größtenteils.
Viva Las Vegas!











































