Von Stuttgart nach Atlanta und Fort Lauderdale!
Der Start unserer DELTA-Abenteuerreise von Stuttgart nach Atlanta fühlte sich an, als hätte jemand gleich zu Beginn auf die Vorspultaste gedrückt. 20 Minuten vor der offiziellen Abflugzeit rollte unser Flieger bereits Richtung Startbahn. Kein nervöses Warten, kein endloses Boarding – einfach los. Ein Auftakt, der Hoffnung macht. Und er sollte Recht behalten.
Schon beim Einsteigen war klar: Das hier wird kein Flug von der Sorte „Hauptsache ankommen“. Das Flugpersonal war auffallend freundlich, entspannt, aufmerksam – und ja, ich sage es ganz offen: Ich habe die oft gelesene Online-Kritik über Delta nie verstanden. Unser Eindruck war durchweg positiv. Service, Freundlichkeit, Stimmung an Bord – alles passte. Sitze bequem, Atmosphäre angenehm, keine Hektik. Es fühlte sich weniger nach Langstrecke an, eher nach „wir kümmern uns“. Für uns bis heute einer der angenehmsten Flüge überhaupt.

Der Landeanflug auf Atlanta brachte dann den ersten kleinen USA-Reality-Check – zumindest theoretisch. Denn was sonst gern zur Geduldsprüfung wird, lief bei uns fast schon unverschämt glatt. Einreise, Kontrolle, Gepäck, erneutes Einchecken – alles in rund 20 Minuten erledigt. Kein Schlangenmoloch, keine Stirnfalten, kein genervtes Uhrenschauen. Eine Stunde nach der Landung standen wir bereits entspannt am Gate für unseren Weiterflug nach Florida. Wenn man bedenkt, wie oft man von Horror-Stories hört, war das fast schon surreal.
Der Weiterflug Richtung Süden begann ruhig – zu ruhig, wie sich später herausstellte. Etwa auf halber Strecke meldete sich der Pilot mit jener Stimme, die man nie ganz ignoriert: ruhig, sachlich, leicht lakonisch.
„Ladies and Gentlemen, better buckle up – this will be a bumpy ride.“
Grund: Hurrikan Gustav, der zu diesem Zeitpunkt die Ostküste Floridas beschäftigte. Und ja – bumpy traf es ziemlich gut. Der Flieger begann zu arbeiten, das Licht draußen verschwand, und plötzlich flogen wir entlang einer Küstenlinie, die aussah wie ein gigantisches Blitzgewitter auf Dauerschleife. Über dem Festland zuckten die Gewitter wie eine riesige Lightshow, dramatisch, fast filmreif. Faszinierend und respekteinflößend zugleich. Einer dieser Momente, in denen man gleichzeitig staunt und denkt: Gut, dass hier Profis am Steuer sitzen.
Und genau das taten sie. Sicher, ruhig und pünktlich setzte unser Pilot den Flieger in Fort Lauderdale auf. Kaum standen wir, brach spontaner Applaus aus – nicht aus Nervosität, sondern aus ehrlicher Anerkennung. Ein seltener, aber verdienter Moment.
Auch am Fort Lauderdale International Airport lief alles wie am Schnürchen. Gepäck kam zügig, die Orientierung war einfach – und dann das Car Rental Center, das inzwischen in ein riesiges, perfekt organisiertes Zentrum umgezogen war. Keine dunklen Buden, keine improvisierten Schalter – alles groß, klar, effizient. Unsere Mitarbeiterin Sally führte uns durch die Formalitäten und brachte uns anschließend zur Fahrzeugauswahl. LX-Klasse. Rund 20 Vans. Alle geschniegelt, alle bereit.
Wir durften wählen. Und wir wählten.
Einen nagelneuen, feuerroten Chrysler Voyager, der schon im Stand aussah, als hätte er Lust auf Roadtrip. Ein absoluter Glücksgriff – vor allem, weil wir wussten: Hätten wir genau dieses Fahrzeug direkt gebucht, wäre der Preis locker doppelt so hoch gewesen.

Es war inzwischen 22 Uhr, als wir Richtung Motel aufbrachen. Dank unserer früheren Aufenthalte war die Strecke vertraut, die Fahrt entspannt. Und dann standen wir da: Best Florida Resort in Lauderdale-by-the-Sea. Klein, charmant, überraschend ruhig. Kein anonymer Klotz, sondern ein Ort mit Charakter. Die polynesisch angehauchten Zimmer waren sauber, liebevoll eingerichtet, nichts Überkandideltes – einfach stimmig. Draußen ein kleiner Pool, eingebettet in eine gepflegte, tropische Gartenanlage, Palmen inklusive. Zwei Minuten zu Fuß bis zum Strand, wo man schon das Meer rauschen hörte, und direkt gegenüber ein Supermarkt. Praktischer geht’s kaum.

Nach 22 Stunden ohne Schlaf war der Körper eigentlich schon im Standby-Modus. Aber ein Problem ließ sich nicht ignorieren: Hunger. Groß. Dringend. McDonald’s? Leider nein – zumindest nicht dort. 23 Uhr Sperrstunde. Also noch einmal ins Auto, ein bisschen Herumkurven, leichte Verzweiflung – und dann: ein Drive-Thru, offen, hell erleuchtet, rettend wie eine Oase. Burger, Pommes, Glück. Mehr brauchte es nicht.
Zurück im Motel fielen wir schließlich in die Betten, müde, satt, zufrieden. Draußen rauschte irgendwo das Meer, drinnen tickte langsam die innere Uhr Richtung Florida-Zeit. Morgen warteten Sonne, Shopping und Entdeckungen.
Ein erster Tag, der nicht besser hätte laufen können.



