Ab nach Italien, mit Ausreisegenehmigung und Wetterversicherung
Heute ging es endlich los: Stefan und ich sind unterwegs nach Italien. Unser Ziel ist die Amalfiküste, anschließend wollen wir noch ein paar Tage in Pompeji verbringen. Bis dahin liegt allerdings noch ein bisschen Straße vor uns, und die erste Hürde mussten wir bereits zu Hause nehmen. Nach einem gemütlichen Frühstück haben wir uns von Oli und Nadine und natürlich auch von Noah und Emilia verabschiedet. Wobei „verabschiedet“ fast ein bisschen zu unkompliziert klingt, denn die beiden Kleinen ließen uns nur unter einer ganz klaren Bedingung ziehen: Wir müssen ihnen etwas mitbringen. Erst nach dieser verbindlichen Zusage wurde uns die Ausreise genehmigt, und so konnten wir um neun Uhr tatsächlich starten.

Unser Navi wollte zunächst über München und Garmisch-Partenkirchen fahren, überlegte es sich unterwegs aber noch einmal anders. Statt über Garmisch führte es uns über Bad Tölz, vorbei am Sylvensteinsee und später am Achensee, der schon in Österreich liegt. So bekamen wir gleich ein bisschen Landschaft geboten, bevor es an Innsbruck vorbei Richtung Brenner ging. Dort war der Verkehr zwar ziemlich zäh, aber immerhin lief er. Langsam vorwärts ist schließlich auch vorwärts, und solange man nicht komplett steht, kann man sich noch erfolgreich einreden, dass alles bestens nach Plan läuft.
Gegen 15 Uhr erreichten wir das Brenner-Outlet und legten eine Pause ein. Zu essen gab es heute Burger King, weil uns die anderen beiden Restaurants dieses Mal irgendwie nicht zugesagt haben. Die italienische Küche muss also noch kurz auf uns warten. Anschließend sind wir gemütlich durchs Outlet gebummelt, und ich habe mir eine Regenjacke gekauft. Das war selbstverständlich eine vorausschauende Investition in unser Urlaubswetter, denn wenn man eine Regenjacke oder einen Regenschirm dabeihat, regnet es bekanntlich meistens nicht. Ich habe meinen Beitrag zu sonnigen Tagen an der Amalfiküste damit jedenfalls geleistet.
Danach ging es weiter Richtung Süden, wobei auch der Verkehr in Italien keine besonderen Ambitionen zeigte, uns schnell ans Ziel zu bringen. Eigentlich wollten wir heute noch bis Bologna fahren, um morgen früh ein bisschen durchs Style-Outlet zu bummeln. Irgendwann fanden wir die Idee, schon kurz südlich vom Gardasee Feierabend zu machen, allerdings deutlich reizvoller. Das Outlet öffnet morgen sowieso erst um zehn Uhr, und wir müssen ja nun wirklich nicht um acht vor der Tür stehen und kontrollieren, ob schon jemand Licht angemacht hat. Also habe ich bei Park4Night einen Platz in Monzambano herausgesucht: Associazione Camperisti Monzambano. Besonders überzeugend war die Möglichkeit, rund um die Uhr einzuchecken – ein Vorteil, den wir heute noch gut gebrauchen konnten.
Bis wir dort waren, spendierte uns das Navi nämlich noch eine ausgiebige Rundfahrt durch gefühlt sämtliche Dörfer südlich vom Gardasee. Die Straßen waren überall voll, und offenbar war in der Gegend auch einiges geboten. Überall waren Menschen unterwegs, vor allem italienische Familien mit ihren Kindern. Vielleicht fanden irgendwelche Veranstaltungen statt, vielleicht hatten aber auch einfach alle gleichzeitig beschlossen, den Abend draußen zu verbringen. Jedenfalls bekamen wir reichlich Gelegenheit, uns die Gegend ganz in Ruhe aus dem Auto anzusehen. Sehr viel Ruhe. Als wir schließlich ankamen, war es schon nach 21 Uhr.
Jetzt stehen wir hier und sind froh, gut angekommen zu sein. Im Dunkeln lässt sich zwar noch nicht alles erkennen, aber der Platz sieht auf den ersten Blick ganz hübsch aus. Es gibt einen kleinen See und jede Menge Gänse, die hier offenbar schon vor uns eingecheckt haben. Den genauen Rundgang verschieben wir auf morgen früh, wenn wir auch sehen können, wo wir eigentlich gelandet sind. Für heute haben wir genug Straßen, Dörfer und Rücklichter gesehen. Der erste Reisetag ist geschafft, die Regenversicherung ist gekauft, und Bologna läuft uns über Nacht hoffentlich auch nicht davon.









