Von Blacklist, Bestechungsgeld und einem ziemlich großen Ford
Es gibt Uhrzeiten, zu denen ein vernünftiger Mensch schläft. 3:10 Uhr gehört ziemlich eindeutig dazu. Um diese Zeit steht man normalerweise höchstens auf, weil irgendwo ein Rauchmelder piepst, die Katze etwas umgeworfen hat oder man dringend aufs Klo muss. Wir dagegen standen am 3. März 2016 um 3:10 Uhr mit einem stattlichen Berg Gepäck vor unserem Haus in Esslingen und warteten auf ein Shuttle-Taxi zum Flughafen. Urlaub. So fängt Erholung an.
Ich hatte das Problem mit dem frühen Aufstehen allerdings auf meine ganz eigene Weise gelöst: Ich war einfach gar nicht erst ins Bett gegangen. Wenn man um kurz nach drei wieder aufstehen muss, erscheint Schlaf ohnehin wie ein organisatorisch unnötiger Zwischenschritt. Also hatte ich mich am Abend auf dem Sofa eingerichtet und noch ein paar Folgen „Blacklist“ geschaut. James Spader regelte währenddessen internationale Verschwörungen, Geheimdienste und Schwerverbrecher, während meine größte Herausforderung darin bestand, nicht kurz vor Abfahrt doch noch einzuschlafen und anschließend vom Shuttle-Fahrer persönlich aus dem Wohnzimmer geholt werden zu müssen.
Diesmal waren wir zu dritt unterwegs. Stefan und ich bekamen Verstärkung von meinem guten Freund und Kollegen Benni, für den diese Reise gleich noch eine kleine Premiere bereithielt: Er war noch nie in den USA. Wir hingegen fühlten uns inzwischen ausreichend erfahren, um ihm Amerika zu zeigen – eine Selbstüberschätzung, die bei unseren Reisen traditionell eine ganz hervorragende Grundlage für interessante Situationen bildet.

Das Shuttle kam tatsächlich pünktlich, unser Gepäck verschwand irgendwie im Auto und gegen vier Uhr morgens standen wir bereits am Flughafen Stuttgart. Um diese Uhrzeit hat ein Flughafen eine ganz eigene Atmosphäre. Menschen bewegen sich mit Koffern durch die Hallen, als hätte jemand eine größere Gruppe Schlafwandler mit Reisepässen ausgestattet, und jeder hält sich an einem Kaffeebecher fest, als hinge sein weiteres Überleben davon ab. Check-in und Sicherheitskontrolle liefen erstaunlich problemlos, sodass wir schon gegen halb fünf am Gate saßen. Damit hatten wir den ersten Programmpunkt unserer Reise erfolgreich absolviert: mitten in der Nacht von Esslingen bis zu einem Plastikstuhl am Stuttgarter Flughafen.
Der Flug nach Amsterdam startete planmäßig. Mehr kann ich darüber eigentlich nicht berichten, denn Stefan und ich verschliefen ihn komplett. Und mit komplett meine ich wirklich komplett. Frühstückssandwich? Verschlafen. Getränkeservice? Verschlafen. Vermutlich hätte die Crew während des Fluges eine kleine Polonaise durch die Kabine veranstalten können, wir hätten davon nichts mitbekommen. Meine brillante Strategie, die Nacht einfach ausfallen zu lassen, zeigte nun erste Auswirkungen. Benni durfte währenddessen vermutlich darüber nachdenken, ob seine erfahrenen USA-Reisebegleiter grundsätzlich bereits auf dem Zubringerflug das Bewusstsein verlieren.
In Amsterdam hatten wir knapp zwei Stunden Aufenthalt, was auf dem Papier zunächst recht großzügig klingt. Zwei Stunden. Da kann man ja gemütlich umsteigen, vielleicht noch einen Kaffee trinken, ein bisschen durch die Geschäfte schauen. Diese Rechnung funktioniert allerdings nur, solange man Schiphol nicht kennt.
Dort können zwei Stunden überraschend zusammenschrumpfen, wenn das ankommende Flugzeug gefühlt in den Niederlanden landet und das Abfluggate irgendwo kurz vor Belgien liegt. Also marschierten wir los, durch Gänge, Hallen und weitere Gänge, vorbei an Gouda, Geschäften und Menschen aus ungefähr allen Ländern dieser Erde. Kaum hatten wir schließlich unser Gate erreicht und innerlich beschlossen, jetzt erst einmal kurz anzukommen, begann auch schon das Boarding. Perfekt. Wenigstens hatten wir uns den Kaffee gespart.
Vor uns lagen nun die üblichen Langstreckenstunden Richtung Los Angeles. Der Flug selbst verlief angenehm unspektakulär: Getränk, Essen, Getränk, irgendwann noch ein Sandwich, dazwischen Filme, Dösen und regelmäßig die Erkenntnis, dass die eigene Sitzposition inzwischen eigentlich gegen die Genfer Konvention verstoßen müsste. Beim Essen kam natürlich die klassische Frage „Chicken or Pasta?“, die auf Langstreckenflügen offenbar weltweit zum festen Inventar gehört. Irgendwann verliert man ohnehin jedes Gefühl dafür, welche Mahlzeit man gerade zu sich nimmt. Frühstück? Mittagessen? Abendessen? Um drei Uhr nachts hatte ich „Blacklist“ geschaut, irgendwann über dem Atlantik gab es Chicken und draußen war es hell. Der Körper kündigt an solchen Tagen die Mitarbeit bei der Zeitzonenberechnung einfach auf.
Und dann kam Los Angeles. Wer schon einmal am LAX eingereist ist, weiß, dass zwischen „Das Flugzeug ist gelandet“ und „Wir sitzen im Mietwagen“ theoretisch mehrere geologische Zeitalter liegen können. Immigration, Gepäck, Zoll, Shuttlebus, Mietwagenstation – genug Stationen also, um problemlos einen halben Urlaubstag darin zu versenken. Diesmal jedoch geschah etwas geradezu Unheimliches: Es funktionierte alles. Zwei Stunden nach dem Aufsetzen saßen wir im Mietwagen. Zwei.
Das war keine Einreise, das war ein Boxenstopp. Immigration erledigt, Koffer da, Zoll durch, Bus zu Alamo erwischt und anschließend sogar noch ein Auto organisiert. Ich rechnete eigentlich jederzeit damit, dass jemand hinter uns hergelaufen käme und rufen würde, wir hätten irgendeinen wichtigen amerikanischen Behördenvorgang übersprungen. Aber nichts geschah. Wir waren tatsächlich drin. Benni hatte amerikanischen Boden betreten, wir hatten unser gesamtes Gepäck und jetzt fehlte nur noch ein vernünftiges Auto.
Wobei „vernünftig“ bei mir und amerikanischen Mietwagen eine etwas spezielle Definition hat. Wir hatten bei Alamo eine Fahrzeugklasse gebucht, bei der man sich sein Auto aus der sogenannten Choiceline aussuchen durfte. Ein wunderbares Konzept – zumindest theoretisch. Praktisch stand ich davor und fand natürlich wieder an jedem Fahrzeug etwas auszusetzen. Zu klein. Falsche Farbe. Zu langweilig. Zu japanisch. Ja, ich weiß. Ein japanischer SUV fährt selbstverständlich genauso von A nach B wie ein amerikanischer. Aber wir sind in den USA. Ich möchte hier keinen vernünftigen Toyota fahren. Ich möchte ein amerikanisches Auto, das schon im Stand so aussieht, als könne man darin notfalls eine Kleinfamilie samt Kühlschrank evakuieren. Stefan kennt diese Prozedur bereits. Mietwagenübernahme mit mir bedeutet nicht, dass man sich einfach einen Schlüssel nimmt und losfährt. Es bedeutet zunächst eine ausführliche Begehung des Fahrzeugbestandes mit anschließender Unzufriedenheit.
Während ich also zwischen den Autos herumstreifte und innerlich eines nach dem anderen ablehnte, entdeckte ich einen Alamo-Mitarbeiter. Und an dieser Stelle entschied ich mich für eine sehr direkte Form der amerikanischen Dienstleistungsmotivation. Ich nahm zwanzig Dollar, steckte sie ihm zu und erklärte freundlich, dass wir gern einen amerikanischen SUV hätten. Einen schönen. Und etwas größer. Der Mann zeigte zunächst auf die Choiceline. Ja. Danke. Die hatte ich bereits besichtigt. Ausführlich. Da war nichts dabei.
Ich versuchte ihm zu vermitteln, dass meine Vorstellung von „SUV“ und das vorhandene Angebot noch nicht vollständig zueinandergefunden hatten. Er verstand schließlich, versprach nachzusehen und verschwand. Ich war begeistert. Das System funktionierte. Wenig später kam er zurück. Mit einem frisch gewaschenen Toyota.
Ich weiß bis heute nicht, an welcher Stelle unserer Unterhaltung ich mich derart missverständlich ausgedrückt hatte. Vielleicht war „American SUV“ in meinem schwäbisch eingefärbten Englisch als „bitte auf gar keinen Fall ein amerikanisches Auto“ angekommen. Jedenfalls stand er stolz mit seinem blitzblanken Toyota vor uns, während ich versuchte, mein Gesicht unter Kontrolle zu halten.
Also noch einmal: Ford. Chevrolet. Irgendetwas Amerikanisches. Groß wäre schön. Der Mann verschwand ein zweites Mal. Meine zwanzig Dollar arbeiteten inzwischen härter als wir. Und dann kam er zurück. Mit einem Ford Explorer Limited. Frisch gewaschen, groß, amerikanisch und genau so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich war schlagartig verliebt. Der Mitarbeiter allerdings hatte plötzlich Bedenken. Der Explorer entspreche eigentlich nicht unserer gebuchten Fahrzeugklasse. Ach. Das war natürlich bedauerlich. Aber mir einfach mal egal.

Ich sah ihn an. Er sah mich an. Wir sahen beide vermutlich kurz auf die zwanzig Dollar, die inzwischen ihren Besitzer gewechselt hatten. Und irgendwie kamen wir gemeinsam zu dem Ergebnis, dass dieser Ford Explorer Limited ganz ausgezeichnet zu unserer Fahrzeugklasse passte. Man muss bei Mietwagen schließlich flexibel bleiben. Damit war die wichtigste Frage nach der Einreise geklärt. Andere Menschen interessieren sich zuerst für Hotel, Wetter oder Sehenswürdigkeiten. Ich wollte einen großen Ford. Prioritäten.
Wir verstauten unsere Koffer, installierten das Navi und rollten vom Alamo-Gelände. Benni war nun also offiziell in Amerika, und wir konnten ihm endlich zeigen, wie wir einen USA-Roadtrip beginnen. Natürlich nicht mit Hollywood Boulevard, Santa Monica oder irgendeiner anderen weltberühmten Sehenswürdigkeit. Wir fuhren zu Randy’s Donuts. Was denn sonst?
Nach Flugzeugessen und ungefähr einem Tag ohne vernünftiges Zeitgefühl braucht der Mensch schließlich etwas Bodenständiges. In unserem Fall ist das ein Donut, der ungefähr so viele Kalorien besitzt wie eine durchschnittliche Familienpizza und unter einem riesigen braunen Donut aus Beton verkauft wird. Randy’s gehört für uns in Los Angeles einfach dazu.

Vor uns standen zwei junge Männer an der Ausgabe, die allerdings offenbar beschlossen hatten, die Donutkarte nicht einfach zu lesen, sondern wissenschaftlich auszuwerten. Sie diskutierten. Sie überlegten. Sie änderten ihre Meinung. Dann wurde offenbar noch einmal neu überlegt. Wir standen dahinter und konnten in aller Ruhe beobachten, wie zwei erwachsene Menschen an der Auswahl von frittiertem Teig beinahe zerbrachen. Irgendwann hatten sie ihre Bestellung tatsächlich abgeschlossen. Einer der beiden drehte sich zu uns um, entschuldigte sich freundlich für die lange Wartezeit und bot uns als Entschädigung an, von ihren Donuts abzubeißen.
Das war nun wirklich nett. Aber auch ein bisschen ungewöhnlich. Wir kannten die beiden seit ungefähr sieben Minuten, wobei sechs davon ausschließlich daraus bestanden hatten, ihre Entscheidungsfindung bei Gebäck zu beobachten. Und jetzt waren wir offenbar schon eng genug befreundet, um gemeinsam Donuts anzubeißen. Amerika. Man muss dieses Land einfach mögen.
Wir lehnten dankend ab. Nicht zuletzt aus Mitgefühl. Nach der Zeit, die der arme Mann für die Auswahl seiner Donuts gebraucht hatte, wollte ich ihm keinesfalls einen davon wegessen. Am Ende hätte er sich wieder anstellen müssen und wir wären bis zum Abend dort gestanden. Also bestellten wir unsere eigenen, darunter natürlich eine Cinnamon Roll, und spätestens damit fühlte es sich wirklich an, als wären wir angekommen.
Leider mussten wir anschließend noch durch Los Angeles. Ich habe ein schwieriges Verhältnis zu dieser Stadt. Eigentlich genauer gesagt zu ihren Freeways. Jedes Mal, wenn wir hier landen, stehe ich irgendwann auf einer dieser vielspurigen Autobahnen und frage mich, warum Millionen Menschen gleichzeitig beschlossen haben, exakt dieselbe Strecke zu fahren wie wir. Dann schwöre ich mir, beim nächsten Urlaub einen anderen Flughafen im Westen zu nehmen. San Francisco. Las Vegas. Phoenix. Völlig egal. Hauptsache nicht wieder Los Angeles.
Und dann finde ich irgendwann einen günstigen Flug nach L.A. Und buche ihn. Und fluche dann. Manche Menschen lernen aus ihren Fehlern. Andere sparen beim Flugpreis.
Kurz nach zwei Uhr machten wir uns also auf den Weg Richtung Südosten. Auf dem Navi sah die Strecke zunächst harmlos aus. Etwa 50 Meilen bis Corona. Das klingt in Amerika beinahe nach „gleich um die Ecke“. Los Angeles hatte dazu allerdings eine andere Meinung. Der Verkehr wurde dichter, dann noch dichter und schließlich standen wir wieder in jener rollenden Blechversammlung, für die diese Stadt vermutlich irgendwo einen eigenen Feiertag besitzt. Spuren gab es reichlich, geholfen hat keine davon. Man wechselt von links nach rechts, weil es dort vermeintlich schneller geht, woraufhin die eigene neue Spur augenblicklich zum Stillstand kommt und die alte plötzlich mit 70 Meilen pro Stunde davonzieht. Ein physikalisches Gesetz, das nicht nur im Großraum Los Angeles gilt.
Für die knapp 50 Meilen bis Corona brauchten wir anderthalb Stunden. Damit hatten wir genügend Zeit, unseren Explorer kennenzulernen, Benni behutsam an amerikanische Verkehrsverhältnisse heranzuführen und meine Entscheidung, nie wieder nach L.A. zu fliegen, mehrfach zu erneuern.

Der erste Walmart-Besuch einer USA-Reise ist immer eine Mischung aus Großeinkauf und leichter Orientierungslosigkeit. Man kommt eigentlich nur wegen Wasser, Obst und ein paar Snacks hinein und steht fünf Minuten später vor Regalen, deren Dimensionen vermuten lassen, dass sich die amerikanische Bevölkerung auf eine mehrjährige Belagerung vorbereitet. Wir arbeiteten unsere Grundversorgung ab: Getränke, Obst, Snacks und alles, was man unterwegs im Auto braucht, wenn die nächste vernünftige Mahlzeit noch ein paar Stunden entfernt ist. Dazu kommen natürlich grundsätzlich Dinge, von denen man vor Betreten des Walmart noch gar nicht wusste, dass man sie benötigt.
Die Einkäufe verschwanden im gigantischen Kofferraum unseres Explorers, womit auch endgültig bewiesen war, dass meine Mietwagenwahl vollkommen vernünftig gewesen war. Ein Toyota hätte diese Aufgabe natürlich ebenfalls bewältigt, aber darüber mussten wir jetzt nicht mehr sprechen. Zehn Minuten später saßen wir bereits im Texas Roadhouse.
Denn wenn man einen USA-Roadtrip ordentlich beginnen möchte, kann man nach Donuts und Walmart nicht plötzlich mit einem Salat um die Ecke kommen. Das Texas Roadhouse gehört für uns zu diesen Orten, bei denen bereits beim Reinkommen sämtliche Ernährungspläne freiwillig das Gebäude verlassen. Es riecht nach gegrilltem Fleisch, überall ist Betrieb und spätestens wenn das Ribeye vor einem steht, sind Nacht ohne Schlaf, Langstreckenflug, Immigration und eineinhalb Stunden Los-Angeles-Stau nur noch entfernte Erinnerungen. Genau so hatte ich mir unseren ersten Abend vorgestellt. Ein ordentliches Steak, etwas zu essen, das nicht aus einer kleinen Plastikschale mit Alufoliendeckel stammt, und das wunderbare Gefühl: Jetzt sind wir wirklich wieder hier. Danach lagen allerdings noch etwas mehr als hundert Meilen vor uns.
Unser Tagesziel war Palm Desert. Inzwischen wurde es dunkel und spätestens jetzt begann der Jetlag, sich vorsichtig zu melden. Wir waren schließlich seit einer Uhrzeit unterwegs, über die man besser nicht mehr nachdachte. Deutschland war irgendwo weit weg, unsere innere Uhr wusste überhaupt nicht mehr, was sie anzeigen sollte, und trotzdem rollten wir weiter Richtung Wüste. Die Lichter wurden weniger, Los Angeles lag endlich hinter uns und mit jedem Kilometer bekam die Reise mehr von dem Gefühl, wegen dem wir überhaupt hier waren: Straße vor uns, Gepäck hinten drin, ein viel zu großer Ford um uns herum und keine Ahnung, was in den nächsten Tagen alles passieren würde.

Gegen 19:30 Uhr erreichten wir schließlich „The Village“ in Palm Desert. Im Dunkeln wirkte die Anlage fast ein bisschen geheimnisvoll, und nach diesem endlosen ersten Tag waren wir vor allem gespannt, ob unsere vorab gebuchte Unterkunft in Wirklichkeit genauso aussah wie auf den Bildern. Das ist bei Internetbuchungen schließlich immer ein kleiner Moment der Wahrheit. Zwischen „wunderschönes Apartment“ und „die Fotos wurden offenbar 1997 mit sehr kreativem Weitwinkel aufgenommen“ liegt manchmal nur eine Zimmertür.
Diesmal hatten wir Glück. Sogar richtig Glück. Unser Apartment hatte zwei Schlafzimmer, war modern, hübsch eingerichtet und vor allem groß genug, dass wir unsere komplette Reiseexplosion darin verteilen konnten. Kaum waren wir drin, begann das übliche Kofferritual: aufmachen, Dinge herausnehmen, andere Dinge umpacken, feststellen, dass irgendetwas natürlich im falschen Koffer liegt, und anschließend so tun, als hätte dieses System von Anfang an einen Plan gehabt.
Irgendwann saßen wir schließlich da. In Palm Desert. Nach einer Nacht ohne Schlaf, Stuttgart, Amsterdam, einem Langstreckenflug, erstaunlich schneller Einreise in Los Angeles, zwanzig Dollar sehr zielgerichteter Mietwagen-Diplomatie, einem Ford Explorer Limited, Randy’s Donuts, dem unvermeidlichen L.A.-Stau, Walmart und einem Ribeye Steak. Benni hatte seinen ersten Tag in Amerika hinter sich. Und wir waren noch nicht einmal richtig losgefahren. Der eigentliche Roadtrip begann erst morgen.

















