(2026) Sardinien: Salz, Seadas und sechs Menschen in zwei Campern
Sardinien hat uns schon beim ersten Blick auf das türkisblaue Meer erwischt – und nicht mehr losgelassen. Zwei Wochen, zwei Familien, zwei Camper, sechs Menschen und eine Route, die sich täglich neu erfunden hat. Ein Plan, der eigentlich um 11 Uhr beginnen sollte. Er begann um 13 Uhr. Das war der passende Auftakt.
Wir haben Straßen befahren, auf denen Schweine das Tempo vorgeben und Kühe die Fahrbahn als persönliche Ruhezone beanspruchen. Wir haben Esel geführt und dabei gelernt, dass sie es sind, die uns führen. Wir haben eine Piratenbucht durch einen Felstunnel entdeckt, einen Felsen im Archipel beinahe gerammt und eine Dusche auf der Heimfähre bezwungen – zumindest einer von uns. Stefan. Und er war auch der Einzige.
Wir haben bei Giuseppe und Andrea am Tisch gesessen und mitten im Gespräch vergessen, dass wir eigentlich Gäste waren. Wir haben Noah zugeschaut, wie er den größten Bambusstab Sardiniens in den Himmel hebt und dabei genauso aussieht wie jemand, der gerade Excalibur gefunden hat. Wir haben Seadas gegessen – einmal, zweimal, dreimal. Wir haben eine Schildkröte getroffen, die uns mit dem Blick einer Frau ansah, die ihre Ruhe haben möchte. Und wir haben Flamingos gesucht, die erst in Cagliari, am letzten möglichen Tag, gnädigerweise über unsere Köpfe flogen – als hätten sie die ganze Zeit gewusst, wann der richtige Moment ist.
Das hier ist kein Reiseführer. Keine Top-Ten-Liste, kein Hochglanz-Bericht. Es ist unser Logbuch – mit allem was dazugehört: den Momenten die man nicht plant, den Menschen die man nicht vergisst, und den Geschichten, die man noch Jahre später beim Vesper erzählt.
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